Diese Arbeit liefert wichtige Erkenntnisse über die geschlechtsspezifischen Herausforderungen und Barrieren in der Urologie in Deutschland. Es bestehen noch erhebliche Gender-spezifische Unterschiede, die adressiert werden müssen, um das Fachgebiet attraktiver und inklusiver zu gestalten. Seitens des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) wurde die Genderthematik unter dem Motto „Gleichberechtigung“ und „gleiche Chancen“ erfolgreich in den Fokus gerückt. Nun sollten aus den erhobenen Daten die richtigen Konsequenzen gezogen werden In der Medizin sind Frauen unabdingbar. Bei den Studierenden sind sie heute schon in der Überzahl, das gilt auch für die Anzahl der Praxisgründerinnen. In Führungspositionen sind Ärztinnen jedoch insbesondere im Fachgebiet der Urologie nach wie vor deutlich zu selten zu finden. Hier besteht Handlungsbedarf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Chancengleichheit und berufliche Zufriedenheit von Frauen in diesem Fachgebiet zu verbessern. Dazu gehören die Förderung flexibler Arbeitszeitmodelle, die Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die gezielte Förderung von Frauen in der akademischen Forschung und in Führungspositionen. Besonders entscheidend erscheint in diesem Kontext nicht nur die Förderung flexibler Arbeitszeitmodelle für Ärztinnen und Ärzte, sondern auch die durchgehend gleichberechtigte Karriereförderung von in Teilzeit tätigen Ärztinnen und Ärzten. Wenn es gelingt, auf diese Weise ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem alle gleichermaßen gerne arbeiten, können Fachkräfte und insbesondere auch Ärztinnen mit Kindern, in der Patientenversorgung gehalten werden. Dies erscheint insbesondere im Kontext des zunehmenden Fachkräftemangels im Gesundheitswesen und der durch den demografischen Wandel steigenden Anforderungen an das Gesundheitssystem essentiell.
Die Erkenntnisse dieser Arbeit sind nicht nur für die Urologie von Bedeutung, sondern haben auch Implikationen für andere medizinische Fachgebiete und das Gesundheitswesen insgesamt. Die Sicherstellung von Chancengleichheit und die Schaffung eines unterstützenden Arbeitsumfelds sind von entscheidender Bedeutung, um den steigenden Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften zu decken und die Qualität der medizinischen Versorgung zu gewährleisten. Es bleibt zu hoffen, dass die in dieser Untersuchung identifizierten Problemfelder in zukünftigen Studien weiter vertieft und durch gezielte Maßnahmen adressiert werden, um die Urologie zu einem Vorreiter in Sachen Geschlechtergerechtigkeit und beruflicher Zufriedenheit zu machen.
View lessMit der Etablierung der Hochdurchsatzsequenzierung in Form der Exom- und Genomsequenzierung ist die Diagnostik im Bereich der seltenen Erkrankungen in den letzten 15 Jahren revolutioniert worden. Dennoch bleibt bei mehr als der Hälfte der Betroffenen eine molekulargenetische Diagnose aus. Anhand von fünf Originalarbeiten wird untersucht, wie die Diagnoserate durch Identifizierung neuer Krankheitsgene, Erweiterung bekannter Phänotypspektren sowie Detektion komplexer Strukturvarianten gesteigert werden kann. So wurden biallelische trunkierende Varianten in MAPKAPK5 und ATP9A als Ursache neuer syndromaler bzw. neuronaler Entwicklungsstörungen identifiziert und biallelische Varianten in ADAMTS15 als Ursache einer neuen Form der distalen Arthrogrypose. Zudem wurde eine neue Genotyp-Phänotyp-Korrelation für die NHLRC2-assoziierte Erkrankung beschrieben und initial als unklar eingestufte Varianten reklassifiziert. Darüber hinaus wurde beim Plott-Syndrom mittels Genomsequenzierung eine komplexe interchromosomale Insertion in einer nicht-kodierenden Region auf Xq27.1 als wahrscheinliche Krankheitsursache nachgewiesen. Zentrale Ursachen der diagnostioschen Lücke aktueller Teststrategien, darunter unbekannte Krankheitsgene, unvollständig charakterisierte Phänotypspektren und technische Limitationen bei der Detektion nicht-kodierender Varianten werden diskutiert und ein Ausblick auf zukünftige Strategien wie Long-Read-Sequenzierung, Multi-Omics-Ansätze und den Einsatz funktioneller Hochdurchsatz-Assays (MAVES) gegeben.
View lessDie chronische Nierenerkrankung im Kindes- und Jugendalter ist meist Folge angeborener Fehlbildungen oder seltener, autoimmunologischer Erkrankungen. Demzufolge sind Inzidenz und Prävalenz deutlich geringer als bei erwachsenen Patient:innen, bei denen die Häufigkeit der CKD als Folge jahrelanger Exposition gegenüber chronischen Erkrankungen und Umweltfaktoren global zunimmt. Dennoch hat die Diagnose und die häufig rasche Progression der CKD bei Kindern und Jugendlichen erhebliche Auswirkungen insbesondere auf das kardiovaskuläre System, das Wachstum sowie den Knochen- und Mineralstoffwechsel, was zu einem erheblichen Verlust an Lebensqualität und einer bis zu 1000-fach erhöhten Mortalität führt. Neue Behandlungsoptionen im Erwachsenenbereich, wie beispielsweise SGLT2-I, adressieren primär die Pathophysiologie multimorbider, internistischer Patient:innen, sind jedoch nicht systematisch bei Kindern und Jugendlichen untersucht. Daher ist es wichtig, spezifische therapeutische Ansätze für Kinder mit CKD zu entwickeln, die auf die besonderen phänotypischen Merkmale dieser Patientengruppe abzielen. Hierbei rückt das Darmmikrobiom in den Fokus der Wissenschaft, insbesondere als Schnittstelle zwischen Umwelt und Wirt und geprägt durch eine facettenreiche Interaktion und Modulation zahlreicher, vorwiegend immun-metabolischer Mechanismen. Im Rahmen dieser Arbeit wurden die mikrobiell-produzierten Urämietoxine Indoxylsulfat und p-Cresylsulfat in der multinationalen 4C Studie im Serum von Kindern und Jugendlichen gemessen. Es zeigte sich eine signifikante und unabhängige Assoziation mit frühen kardiovaskulären Veränderungen sowie der Progression der CKD, was die Bedeutung dieser Toxine als Risikofaktor für CKD-assoziierte Komorbiditäten unterstreicht. Hierauf aufbauend wurden in einer neu-rekrutierten, prospektiven Kohorte Veränderungen im Darmmikrobiom bei Kindern mit CKD beschrieben und mit metabolischen und pro-inflammatorischen Phänotypen verknüpft. Hierdurch wurde erstmalig in einer pädiatrischen Kohorte gezeigt, dass Veränderungen im Darmmikrobiom inflammatorische Signalwege aktivieren und somit relevant zum erhöhten Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen beitragen können. Die Akkumulation mikrobiell-produzierter Toxine ist zum Teil Folge der verminderten renalen Elimination bei CKD. Durch die Entwicklung und Anwendung stuhlbasierter Tests konnte zudem eine vermehrte Häufigkeit der Schlüsselenzyme für die bakterielle Synthese dieser Urämietoxine im Darm nachgewiesen werden, was die additive und kausale Rolle einer vermehrten bakteriellen Produktion dieser Toxine unterstreicht. Als wichtigen Mediator kardiovaskulärer Erkrankungen konnten wir eine erhöhte Freisetzung von extrazellulären Vesikeln bei CKD Patient:innen nachweisen, was zu einer direkten Schädigung endothelialer Zellen führt und damit ein möglicher Angriffspunkt für neue Therapien darstellt. Schließlich wurde in einer Kohorte nierentransplantierter Patient:innen nachgewiesen, dass die Persistenz CKD-typischer, mikrobieller Veränderungen im Darm mit einem erhöhten Risiko für Abstoßungsreaktionen nach Nierentransplantation einhergeht. Zusammengefasst beschreiben diese Arbeiten die Rolle des Darmmikrobioms und dessen Interaktion mit dem Immunsystem des Wirts, vorwiegend vermittelt durch mikrobiell-produzierte Metabolite, welche bei CKD akkumulieren. Diese Veränderungen sind insbesondere relevant in Bezug auf die Progression der CKD und das frühe Auftreten kardiovaskulärer Erkrankungen. Unsere Ergebnisse sind ein erster Anhaltspunkt für die Entwicklung Mikrobiom-gerichteter Therapien, die im Rahmen einer personalisierten Anwendung das Auftreten und die Progression CKD-assoziierter Komorbiditäten insbesondere bei Kindern und Jugendlichen abschwächen und damit das Outcome dieser vulnerablen Population verbessern könnten.
View lessDie Lebensqualität bei Patienten mit Pankreaskarzinom ist verglichen mit der Lebensqualität einer Normpopulation in Deutschland deutlich beeinträchtigt. Beide Messinstrumente, sowohl der EQ-5D als generisches Maß als auch der EORTC als krankheitsspezifisches Maß, verzeichneten eine signifikante Verschlechterung der Lebensqualität bei Patienten mit Pankreaskarzinom. Beim Vergleich der Patienten mit Diagnose Pankreaskarzinom mit einer Normpopulation in Deutschland ergeben sich für alle Bereiche in den fünf Funktionsskalen und in der allgemeinen Lebensqualitätskala des EORTC signifikant höhere Werte für die Normpopulation, außer bei der Einschätzung der kognitiven Funktion der Frauen im Vergleich mit der Normbevölkerung. Die Gegenüberstellung der klinischen Symptomskalen des EORTC zwischen den Patienten mit Pankreaskarzinom und der Normbevölkerung in Deutschland ergibt signifikant höhere Werte und damit stärkere Beschwerden für die Patienten mit Pankreaskarzinom. Ausgenommen davon sind finanzielle Schwierigkeiten, Dyspnoe und Schmerz bei den Frauen. Vergleicht man die Normpopulation Deutschlands mit der vorliegenden Studienpopulation mittels des EQ-5D, so geben in allen 5 Dimensionen Patienten mit Pankreaskarzinom eine merklich höhere Beschwerdesymptomatik sowie einen entsprechend niedrigeren Messwert auf der VAS an. Hervorzuheben gilt hier der größte Unterschied bei der klinischen Symptomatik der Angst / Niedergeschlagenheit bei Patienten mit Pankreaskarzinom im Vergleich mit den Referenzwerten der deutschen Normbevölkerung. Die schlechtere Lebensqualität in der Dimension Angst / Niedergeschlagenheit ist möglicherweise mit dem Vorliegen einer depressiven Symptomatik assoziiert. Ob die Ursache dieser depressiven Symptomatik in einer gestörten Pankreasaktivität zu suchen ist oder von dem Wissen, an einer fast unheilbaren Erkrankung zu leiden, herrührt, sollte im Hinblick auf verbesserte Behandlungsmöglichkeiten in weiteren Forschungsprojekten geklärt werden. Weiterhin gab es eine signifikante Korrelation zwischen der EQ-5D VAS und den EQ- Präferenzwerten mit den Funktionsskalen und der Skala der allgemeinen Lebensqualität des EORTC. Demgegenüber gab es zwischen der EQ-5D VAS und den EQ-Präferenzwerten mit vier der neun Symptomskalen keine signifikante Korrelation. Dies betraf Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Diarrhö und finanzielle Schwierigkeiten. Aufgrund der Prognose und der Überlebenszeit der Patienten mit Pankreaskarzinom muss die Aufrechterhaltung und die Wiedererlangung der Lebensqualität dieser Patienten im Rahmen der Behandlung berücksichtigt werden. Dies bedeutet die Früherkennung der primären Symptome. Da Schmerzen und vor allem Depression die häufigsten Symptome - vergesellschaftet mit einer stark beeinträchtigten Lebensqualität - bei Patienten mit Pankreaskarzinom sind, müssen diese Symptome möglichst früh effektiv behandelt werden. Um der Früherkennung dieser depressiven Symptomatik Rechnung zu tragen, muss darüber nachgedacht werden, ob man generell für Patienten mit Pankreaskarzinom ein psychosoziales Screening empfielt. Dieses Screening könnte mit dem Brief Symptom Inventory (BSI) oder bei rein psychoonkologischer Ausrichtung mit dem Fragebogen zur Angst (State Anxiety, STAI-X1) durchgeführt werden. Eine rasch begonnene Behandlung dieser Symptomatik wird möglicherweise mit einem Anstieg der Lebensqualität einhergehen; dies gilt es allerdings noch im Rahmen von Interventionsstudien zu untersuchen. Das frühzeitige Erkennen und Behandeln wäre speziell bei Patienten mit Pankreaskarzinom sehr wünschenswert, da laut Studienlage weniger als 10% der Patienten das erste Jahr nach Diagnosestellung und nur weniger als 5% die weiteren 5 Jahre überleben.
View lessBackground: Intertrochanteric fractures (ITFs) are common in the elderly, often caused by low-energy trauma such as falls. Due to bone fragility and functional limita-tions, surgical fixation is typically required. TFN-ADVANCED™ (TFNA) and proximal femoral nail anti-rotation (PFNA) are two widely used implants for ITF treatment. How-ever, their comparative efficacy remains unclear. Since TFNA replaced PFNA in our institution in October 2022, this study aimed to compare early outcomes and complica-tions of TFNA versus PFNA in elderly ITF patients.
Methods: We conducted a retrospective cohort study of 502 patients aged over 60 treated for ITFs between January 2020 and December 2023. Patients were divided into TFNA and PFNA groups. Key parameters analyzed included fracture classification, BMI, ASA score, surgical time, tip-apex distance (TAD), hospital length of stay (LOS), medial wall support (positive: P-MWS vs. negative: N-MWS), and postoperative complications. Statistical significance was set at p < 0.05.
Results: A total of 114 patients received TFNA and 298 received PFNA. The mean age was similar (TFNA: 80.9 ± 9.2 years; PFNA: 80.1 ± 8.6 years), with females com-prising 69.2% of the cohort. The fracture types (AO/OTA classification) were compara-ble. The ASA scores and BMIs did not differ significantly. The mean surgical time was nearly identical (TFNA: 74.4 ± 39.3 min; PFNA: 74.5 ± 38.7 min). The TFNA group had a significantly lower mean TAD (15.9 ± 7.1 mm vs. 18.1 ± 6.5 mm, p = 0.004), while LOS was comparable between groups (TFNA: 11.1 ± 8.2 days; PFNA: 10.8 ± 5.9 days).
Postoperative complications—including cardiopulmonary, neurological, urinary, gastro-intestinal, wound-related issues, delirium, and transfusion needs—showed no signifi-cant difference between groups. In the TFNA group, 84 patients had P-MWS and 30 had N-MWS; in the PFNA group, 209 had P-MWS and 89 had N-MWS. Internal fixation failure requiring revision surgery occurred more frequently in patients with N-MWS (p = 0.004).
Revision was needed in 4 TFNA patients (1 A1, 3 A3 fractures) and 6 PFNA patients (1 A1, 2 A2, 3 A3). In both groups, some patients underwent re-fixation, while others re-quired total or hemiarthroplasty. No third surgeries were reported. All fractures healed postoperatively with satisfactory hip function restoration.
Conclusions: Both TFNA and PFNA are effective in treating ITFs in elderly patients, with similar outcomes in surgical time, LOS, fixation failure, and early complications. A lower TAD was noted with TFNA, though its clinical relevance warrants further study. Importantly, P-MWS is associated with greater stability and lower revision rates than N-MWS. Overall, both implants provide reliable fixation and support functional recovery.
View lessHintergrund Herzinsuffizienz ist ein führender Grund für Hospitalisierung und Sterblichkeit mit weltweiter Zunahme an Prävalenz. Maßgeblich für eine gute Prognose ist der möglichst frühe Zeitpunkt der Diagnosestellung. Dies ist besonders in der Diagnostik von HFmrEF und HFpEF eine Herausforderung.
Ziel der Studie Ziel dieser klinischen Studie war es, Patient*innen aus allen Subgruppen der Herzinsuffizienz ausführlich zu untersuchen und insbesondere die Ergebnisse der Strain-Untersuchungen aus dem MRT in Kombination mit etablierten Echomarkern (é) zu bewerten und abschließend eine Aussage über die Zuverlässigkeit der einzelnen diagnostischen Marker zu treffen.
Material und Methoden In dieser prospektiven klinischen Querschnittsstudie wurden Patient*innen mit HFrEF, HFmrEF, HFpEF sowie herzgesunde Kontrollen in zwei Zentren untersucht. Zu den erhobenen Daten gehören unter anderem Laborparameter (NTproBNP), ein 6-Minuten-Gehtest, der Minnesota Living With Heart Failure Questionnaire und Messwerte aus Echokardiographie (septaler e prime, lateraler e prime, E/é) und kardialem MRT (GCS, GLS, GRS). Die statistischen Berechnungen wurden mit Microsoft Excel und IBM SPSS Statistics durchgeführt.
Ergebnisse Es wurden 15 HFrEF-Patient*innen, 17 HFmrEF-Patient*innen, 19 HFpEF-Patient*innen und 17 Proband*innen aus der Kontrollgruppe in die Studie eingeschlossen. Im Vergleich der Subgruppen absolvierten die HFpEF-Patient*innen die geringste Gehstrecke, hatten den größten Anteil von NYHA 3-Patient*innen und erreichten die höchste Punktzahl in der Befragung zur Lebensqualität. Im MRT zeigte sich eine Zunahme des Strains mit größerer EF (HFrEF: LV GCS: -10,81%, LV GLS: -10,83%; HFmrEF: LV GCS: -12,7%, LV GLS: -15,75%; HFpEF: LV GCS: -16,6%; LV GLS: -18,79%; Kontrollgruppe: LV GCS: -18,64%, LV GLS: -20,14%). In der Echokardiographie unterschieden sich die HI-Gruppen von der Kontrollgruppe insbesondere durch die Messung des septalen e prime mit folgenden Medianen: HFrEF: 0,0523 m/s; HFmrEF: 0,0547 m/s; HFpEF: 0,0543 m/s; Kontrollgruppe: 0,0733 m/s. Zusätzlich konnte eine signifikante positive Korrelation zwischen den einzelnen Strain-Werten und NTproBNP sowie eine signifikante negative Korrelation zwischen dem septalen e prime und NTproBNP gezeigt werden. Die ROC-Analyse ergab eine signifikante diagnostische Aussagekraft von Strain in HFrEF, HFpEF und der Kontrollgruppe sowie von septalem e prime in der Kontrollgruppe.
Schlussfolgerung Die Gruppe der HFpEF-Patient*innen erfährt sowohl körperlich als auch in der Lebensqualität die größte Beeinträchtigung. LV GLS und LV GCS haben eine signifikante diagnostische Aussagekraft für die gesunde Kontrollgruppe, HFpEF und HFrEF, nicht jedoch für HFmrEF. Septaler e prime hat eine signifikante diagnostische Aussagekraft für die Kontrollgruppe. In einer Kohorte von kompensierten HI-Patient*innen ist die Bestimmung von LV GLS, LV GCS sowie septalem e prime eine ergänzende Methode für die Diagnose einer HI.
View lessHintergrund und Zielsetzung: Morbus Whipple ist eine seltene multisystemische chronische Infektionskrankheit mit Tropheryma whipplei, die ohne eine antibiotische Therapie tödlich verläuft. Aktuell gibt es zwei Behandlungsansätze: die alleinige orale Therapie mit Doxycyclin und Hydroxychloroquin sowie die intravenöse Induktionstherapie mit Ceftriaxon, die einen Krankenhausaufenthalt erfordert und Risiken für behandlungsbedingte Komplikationen birgt. Letztere wird gefolgt von einer oralen Erhaltungstherapie mit Trimethoprim/Sulfamethoxazol. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die beiden Therapieansätze in einer klinischen Studie zu vergleichen und eine Nichtunterlegenheit der alleinigen oralen Antibiotikatherapie zu überprüfen. Methodik: Im Zeitraum von 2010 bis 2018 wurden in einer prospektiven monozentrischen, randomisierten und kontrollierten klinischen Nichtunterlegenheitsstudie 60 Patient:innen in die Behandlungsgruppe A mit intravenöses Ceftriaxon (2g OD, 14 Tage), gefolgt von oralem Trimethoprim/Sulfamethoxazol (960mgBID) oder in die BehandlungsgruppeB mit oralem Doxycyclin (100mg BID) und Hydroxychloroquin (200mg BID) randomisiert. In Behandlungs- gruppe B wurde bei zerebraler Infektion Trimethoprim/Sulfamethoxazol hinzugefügt. Primärer Endpunkt war Erreichen einer klinischen Komplettremission ohne Rezidiv während eines Beobachtungszeitraumes von 2 Jahren. Primäres Studienziel war Nichtunterlegenheit der rein oralen Antibiotikatherapie (-18Prozentpunkte). Sekundäre Endpunkte waren histologische Remission der Duodenalschleimhaut sowie Eliminierung des Erregers aus Duodenum und/oder Liquor. Sicherheit und Verträglichkeit der Prüfmedikamente wurden ebenfalls bewertet. Ergebnisse: In Behandlungsgruppe A erreichten 80,6% und in Behandlungsgruppe B 96,6% der Patient:innen eine klinische Komplettremission (Risikodifferenz 15,9 Prozentpunkte; 95%- Konfidenzintervall -1,2 bis 33,1). Histologische Remission wurde bei allen Patient:innen nach- gewiesen. In Behandlungsgruppe A erlangten 95,4% und in B 95,2% der Patient:innen PCR- Negativität des Duodenum. Eine Eradikation aus dem Liquor erreichten in Behandlungsgruppe A 91,7% und in B 100,0% der Patient:innen. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten bei 41,9% der Patient:innen in Behandlungsgruppe A, darunter zwei Todesfälle, und bei 27,6% in Behandlungsgruppe B auf. Schlussfolgerung: Die alleinige orale Antibiotikatherapie des Morbus Whipple ist einer sequenziellen intravenösen/oralen Behandlung nicht unterlegen und sicher, erleichtert das Patientenmanagement, ist kostengünstiger und kann Komplikationen reduzieren.
View lessIm Kontext des Drug-Repositioning wird Metformin in den letzten Jahren intensiv beforscht, was bereits zu interessanten Erkenntnissen mit möglichen Auswirkungen auf die Therapie und Prophylaxe diverser Erkrankungen geführt hat. In der vorliegenden Arbeit werden die Ergebnisse einer retrospektiven Fall-Kontroll-Analyse mit großen Patientenzahlen (n = 20.416/Kohorte) unter Nutzung von RWE (Real-World Evidence) Daten der TriNetX-Datenbank (TriNetX, Cambridge, MA, USA) vorgestellt. Dabei wird der Effekt einer Metformin-Medikation bei diabetischen Patienten mit der Diagnose eines Kopf-Hals-Malignoms (mit den International Classification of Diseases (ICD 10) Codes C00-C14, C31 und C32) im Vergleich zu denen ohne Metformin in der Medikation untersucht. Die Kohorten werden in Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index (BMI), Nikotin- und Alkoholabhängigkeit mittels eines 1:1 Propensity-Score Matchings aneinander angeglichen, um Confounder zu minimieren. Die Ergebnisse zeigen eine signifikant verbesserte 5-Jahres-Überlebensrate in der Metformin-Kohorte (75,3%), als in der Kohorte ohne Metformin (69,8%), wobei die Odds Ratio (OR) bei 0.79 (95% Konfidenzintervall (CI): 0.75; 0.83) und die Hazard Ratio (HR) bei 0,78 (CI: 0,75; 0,82) lag. Diese Ergebnisse können ein Ausgangspunkt für weitere klinische Studien und pharmakologische Forschung sein.
View lessBackground Osteoarthritis (OA) is a degenerative joint disease affecting 594 million people worldwide (1). Our previous studies have shown that the activation of toll-like receptor 1/2 (TLR1/2) increased the expression of pro-inflammatory cytokines and cartilage–degrading enzymes, and inhibited the mitochondrial respiration in chondrocytes of OA patients (2). This study aimed to assess the impact of TLR stimulation on various types of synovial cells of OA patients. Methods Synovial membrane, synovial fluid, cartilage, and peripheral blood were collected from OA patients who had undergone knee replacement surgeries. The cellular composition of synovial membrane and the expression of TLR1 to 9 in synovial cells were detected using flow cytometric and immunofluorescent analysis. Purified synovial fibroblasts were stimulated with agonists specifically targeting TLR1 to 9 for 3.5 days and then were either directly analyzed or co-cultured with spheroids of chondrocytes from the same patients. The expression of inflammatory factors and cartilage-degrading enzymes was measured using qPCR and Bio-Plex assays. Results Roughly 50% of the synovial membrane cells of OA patients were fibroblasts, 25% were immune cells, and the remaining 25% were a mixture of endothelial cells, mesenchymal stem cells, et. al. For the immune cells, roughly 20% were macrophages, 3% were CD4+ T cells, 1% were CD8+ T cells, and 0.5% were B cells. Synovial fibroblasts could express TLR1 to 9. The expression of inflammation-related genes IL6 and IL8, along with cartilage-degrading enzymes such as MMP1 and MMP3, increased when fibroblasts were activated by TLR1/2, TLR4, TLR5, and TLR2/6 agonists. In addition, stimulation of TLR1/2, TLR4, and TLR2/6 enhanced GCSF, while TLR5 stimulation upregulated IL1B and MMP13 expression in the synovial fibroblasts of OA patients. When TLR1/2-prestimulated fibroblasts were cocultured with chondrocyte spheroids, they suppressed chondrocytes in expressing anabolic factor COL2A1 and enhanced their expression of catabolic factor MMP3 along with inflammatory factor IL6, IL8, and GCSF. For synovial immune cells, such as macrophages and T cells, various types of TLR are also expressed. Conclusions Synovial cells, in particular, synovial fibroblasts, macrophages, and T cells of OA patients, expressed various types of TLR. Stimulation of TLR1/2, TLR4, TLR5, and TLR2/6 resulted in increased secretion of inflammatory factors and cartilage-degrading 2 enzymes in the synovial fibroblasts. Additionally, TLR1/2-pre-stimulated fibroblasts promoted chondrocytes to express catabolic and inflammation-related genes while inhibiting the expression of cartilage-anabolic genes.
View lessEinleitung: Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist gekennzeichnet durch eine hohe Rezidivrate. Bis zu 80 % der Patient*innen erleiden ein Tumorrezidiv innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Therapie. Oft verkompliziert sich dadurch der Krankheitsverlauf. Rezidive neigen zu einer aggressiveren Tumorbiologie und die Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt. Bekannte Risikofaktoren reichen oft nicht aus, um das individuelle Rückfallrisiko zu evaluieren. Zur Identifikation neuer Prädiktoren bietet die Analyse quantitativer Bildmerkmale aus bildgebenden Verfahren einen vielversprechenden Ansatz. Insbesondere in Kombination mit leistungsstarken Algorithmen des maschinellen Lernens kön- nen prädiktive Vorhersagemodelle entwickelt werden, die in der Lage sind, Hochrisikopatient*innen zu identifizieren. In dieser Arbeit wird ein Algorithmus entwickelt, der auf Basis prätherapeutischer magnetresonanztomografischer (MRT) Bildgebung, das Tumorrezidiv beim HCC vorhersagen soll. Methodik: Anhand definierter Ein- und Ausschlusskriterien wurden Patient*innen aus dem Krankenhausinformationssystem ausgewählt. Ein serieller Vorhersagealgorithmus – basierend auf VGG16 und XGboost - wurde entwickelt und getestet. Die Performance der trainierten Modelle wurde durch die Area-under-the-Receiver-Operating-Characteristics (AUC-ROC) -Kurve evaluiert. Ergebnisse: Insgesamt wurden 120 Patient*innen in die Studienkohorte aufgenommen. Basierend auf dem entwickelten Algorithmus wurden sechs Vorhersagemodelle trainiert und getestet. Jedes Modell prognostiziert das Rezidivrisiko innerhalb unterschiedlicher post-therapeutischer Intervalle (1 – 6 Jahre). Die AUC-Werte der Vorhersagemodelle lagen zwischen 0,71 und 0,85 (Durchschnitt: 0,76). Die Kaplan-Meier-Analyse zeigte für fünf der sechs Modelle einen statistisch signifikanten Unterschied. Diskussion: In dieser Arbeit wurde ein Algorithmus entwickelt, der das Tumorrezidiv des HCC anhand prätherapeutischer MRT-Bildgebung vorhersagt. Die AUC-ROC-Werte für alle untersuchten Intervalle waren zufriedenstellend. Es handelt sich bei dieser Arbeit jedoch lediglich um einen Machbarkeitsnachweis. Eine klinische Eignung sollte durch größere prospektiv-erhobene Datensätze an verschiedenen Institutionen validiert werden. Zudem bleiben ethische Fragen bzgl. des Einsatzes solcher Algorithmen in der Medizin offen.
View lessIntroducing pneumococcal conjugate vaccines (PCVs) into childhood immunization schedules has substantially reduced pneumococcal diseases globally. PCVs offer direct protection against colonization with vaccine-targeted serotypes (VT), reducing transmission and leading to indirect protection. This dissertation aimed to analyze the population-level impact of PCVs and the influencing factors through statistical and mathematical modeling.
Estimating the population-level impact of PCVs faces challenges in finding appropriate control groups due to confounding. A potential solution involves comparing the current disease burden with the counterfactual disease burden without PCVs. Various statistical methods, including interrupted time series (ITS), synthetic control with Bayesian variable selection (SC), and seasonal-trend decomposition using LOESS plus principal component analysis (STL + PCA), have been employed to model the counterfactual. In my dissertation's first project, I compared a novel approach using LASSO regression in a synthetic control model with established methods through simulations, finding both the LASSO approach and SC to be accurate and reliable in estimating vaccine impact. When applied to real-world data from Chile, Ecuador, Mexico, and the US, these models demonstrated variability in PCV impact on pneumonia hospitalization across age groups and countries.
The population-level impact of PCVs is influenced by factors driving vaccine direct effect (like vaccine valency and host age) and population factors (like vaccine coverage and social contact structure). In my dissertation's second project, I developed an age-structured Susceptible–Colonized transmission model, verified against colonization data from children in France, England and Wales, Alaska, and Massachusetts. With this model, I simulated the time needed to eliminate VT colonization after introducing PCVs and found a range of 3.8–6 years using contact matrices from 34 countries while holding all other parameters constant. Through regression analysis, I discovered that contact rate and assortativity in children under 5, who had the highest colonization prevalence, significantly predicted time-to-elimination. While most of the contact matrices used in our study represent high-income, low-transmission settings and our findings require further research for broader applicability, the results nevertheless show that social contact structure can drive variability in the population-level vaccine impact.
The first project added to the toolkit of vaccine impact evaluation and uncovered the variability in PCV impact across populations while the second explored social contact structure as a potential driver of this variability. Together, these projects highlight the variability in the population-level impact of PCVs and the need to consider population factors, such as social contact structure, when assessing vaccine impact.
View lessHintergrund: Schröpfen ist ein traditionelles ausleitendes Verfahren zur Behandlung von unterschiedlichen Krankheits- und Schmerzzuständen bei dem mittels Unterdruck Schröpfgläser auf die Haut platziert werden. Wir untersuchten die Effektivität der pulsatilen Schröpftherapie bei Patienten mit chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule. Methoden: Es handelt sich um eine dreiarmige randomisierte Studie, in der eine pulsatile Schröpfgruppe mit einer Minimalschröpfgruppe und einer Kontrollgruppe bei Patienten mit chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule verglichen wurden. Die Interventionsgruppen erhielten 8 Behandlungen in 4 Wochen sowie Paracetamol als Bedarfsmedikation, während die Kontrollgruppe nur Paracetamol als Bedarfsmedikation bekam. Als primärer Endpunkt wurde die visuelle Analogskala (VAS, 0-100mm) zur subjektiv empfundenen Schmerzintensität und als sekundärer Endpunkt der Funktionsfragebogen Hannover Rücken (FFbH-R), der gesundheitsbezogene Lebensqualitätsfragebogen Short Form 36 (SF-36) und eine 5-stufige Likert Skala zu Baseline, nach 4 und nach 12 Wochen bestimmt. Therapiesicherheit und Erwartungshaltung wurden vor Beginn der Studienintervention erhoben. Ergebnisse: Insgesamt wurden 110 Patienten (Alter 49,1 12,7 mw sd; Gewicht 75,8 14,2 mw sd; BMI 25,4 4,4 mw sd) in die Studie aufgenommen. Es zeigte sich eine statistisch signifikante Reduktion des primären Endpunktes Schmerz gemäß der VAS zwischen der pulsatilen Schröpfgruppe und der Kontrollgruppe nach 4 Wochen (95% KI: 21,2mm (12,2; 30,1); p<0,001) und nach 12 Wochen (95% KI: 15,1mm (3,1;27,1); p=0,014). Der Vergleich der Minimalschröpfgruppe mit der Kontrollgruppe erbrachte nach 4 Wochen einen signifikanten Unterschied auf der VAS (95% KI: 15,7mm (6,9;24,4); p=0,001). Verbesserungen zeigten sich für die pulsatile Schröpfgruppe im Vergleich mit der Kontrollgruppe bei der Rückenfunktion nach 4 Wochen (95% KI: -5,8 (-11,5;-0,1); p=0,045) und dem körperlichen Summenscore des SF-36 nach 4 Wochen (95% KI: -5,6 (-9,3;-2,0); p=0,003) und nach 12 Wochen (95% KI: -6,1 (-9,9;-2,4); p=0,002). Bei der Zusammenfassung 2 Betrachtung der Minimalschröpfgruppe mit der Kontrollgruppe konnten bezüglich der sekundären Endpunkte keine Besserungen gezeigt werden. Es fand sich kein Unterschied bezüglich der Paracetamoleinnahme der 3 Studiengruppen. Beide Schröpfinterventionen waren sicher: Es fand sich eine leichte bis moderate Ausprägung von Nebenwirkungen. Schlussfolgerung: Pulsatiles Schröpfen und Minimalschröpfen zeigten sich einer Kontrollgruppe, die nur Bedarfsmedikation erhielt, bezüglich der Schmerzen, der Rückenfunktion und der Lebensqualität nach 4 Wochen überlegen. Nach 12 Wochen zeigten sich noch signifikante Unterschiede zwischen der pulsatilen Schröpfgruppe und der Kontrollgruppe. Die Wirksamkeit der Schröpftherapie sollte in weiteren qualitativ-hochwertigen randomisierten kontrollierten Studien, möglichst unter Einbeziehung einer Sham- Kontrolle, wissenschaftlich untersucht werden.
View lessEinleitung: Die Graft versus Host Disease ist eine häufige Komplikation der hämatopoietischen Stammzelltransplantation. Eine sichere Vorhersage ist derzeit nicht möglich. Eine Kokultur aus T-Zellen von Stammzellspendenden sowie antigenpräsentierenden Zellen der zugehörigen Stammzellempfangenden könnte das Potential bergen, anhand der Marker CD40L und 4-1BB die konventionelle und regulatorische T-Zellantwort getrennt zu betrachten und eine akute Graft versus Host Disease vorherzusagen. Methoden: Aus dem Vollblut von Stammzellempfangenden Personen und den zugehörigen Stammzellspendenden wurden mittels AutoMACS® und magnetischer Beads eine CD3 negative Zellpopulation, die antigenpräsentierende Zellen enthält, und eine CD4 positive Zellpopulation, die aus T-Zellen besteht, gewonnen und in Kokultur gebracht. Anschließend wurde der Anteil an regulatorischen T-Zellen sowie die Expression der Oberflächenmarker 4-1BB und CD40L auf CD4 positiven Zellen in der Kokultur ausgewertet und zwischen Proben von Stammzellempfangenden, die eine Graft versus Host Disease entwickelten und Stammzellempfangenden ohne Graft versus Host Disease sowie nicht HLA-identischen Kontrollen verglichen. Die T-Zellen aus einer solchen Kokultur wurden außerdem mittels einer RNA-Sequenzierung näher untersucht. Des Weiteren wurde diesen Kokulturen Interleukin-2 in verschiedenen Konzentrationen hinzugefügt, um den Effekt dieses Interleukins auf die Kokultur zu evaluieren. Ergebnisse: In der RNA-Sequenzierung konnte die Identifikation von regulatorischen T-Zellen und konventionellen T-Zellen anhand der Marker 4-1BB und CD40L bestätigt werden. Die Zugabe von Interleukin-2 hatte dagegen keine relevanten Auswirkungen auf die regulatorischen T-Zellen in der Kokultur. Es konnten weitere mögliche Oberflächenmarker für diesen Assay wie LRRC32, CTLA4, IL12RB2 identifiziert werden. In der Zellseparation konnte eine Reduktion oder Anreicherung der erforderlichen Zellen um etwa eine Größenordnung erreicht werden. Die Auswertung der Kokulturen ergab einen signifikant niedrigeren Anteil von regulatorischen T-Zellen an CD4 positiven Zellen bei Proben von Stammzellempfangenden, die eine Graft versus Host Disease entwickeln würden. Ein statistisch signifikanter Unterschied in der Expression von 4-1BB und CD40L zeigte sich im Hinblick auf eine Graft versus Host Disease nicht. Diskussion: Die RNA-Sequenzierung und Versuche zum Einfluss von Interleukin-2 auf den Assay zeigten eine an sich robuste und reproduzierbare Alloreaktion. In der Anwendung bei Stammzellempfangenden zeigte sich ein verminderter Anteil an regulatorischen T-Zellen bei Proben von Stammzellempfangenden, die eine Graft versus Host Disease entwickeln würden. Die Alloreaktion blieb allerdings schwach im Vergleich zu den Kontrollen, sodass eine Vorhersage einer Graft versus Host Disease anhand der Expression von 4-1BB und CD40L nicht möglich war.
View lessHintergrund: Das Prostatakarzinom (PCa) ist die häufigste maligne Erkrankung bei Männern. Ein Großteil der Tumore wird in einem frühen Stadium diagnostiziert und bedarf nicht zwingend einer sofortigen Behandlung, wie einer radikalen Prostatektomie (RP) oder Strahlentherapie (RT). Bei einem lokal begrenztem PCa (LPCa) mit niedrigem Risiko ist die überwachende Therapiestrategie Active Surveillance (AS) sofortigen kurativen Strategien bezüglich der Mortalität nicht unterlegen. Es besteht noch Forschungsbedarf, wie Männer unter AS mit der damit verbundenen psychischen Belastung umgehen und wie psychosoziale Faktoren, die in der Phase kurz nach der Diagnosestellung eine Rolle spielen, miteinander zusammenhängen. Methoden: Die COPCa-Studie, eine multizentrische, prospektive Fragebogenstudie, wurde von 2014 bis 2019 in Deutschland durchgeführt. Es wurden N = 155 (AS: n = 100, RP: n = 55) Patienten mit LPCa zu vier Messzeitpunkten (Baseline und nach 6, 12 und 18 Monaten) untersucht. Für die statistische Analyse wurden Chi-Quadrat-Tests, t-Tests, Mann-Whitney-U-Tests, Friedman-Tests, Kruskal-Wallis-Tests und Spearman-Korrelationen durchgeführt. Ergebnisse: Die Patienten empfanden mehrheitlich wenig Angst, wenig Zeitdruck bei der Therapieentscheidung und berichteten von einer hohen subjektiven Informiertheit. Zwischen diesen drei Faktoren wurde ein Zusammenhang festgestellt. Die Angstwerte der Patienten verringerten sich im Studienverlauf teilweise. Es konnten verschiedene Faktoren für Zeitdruck identifiziert werden. Es gab keinen Zusammenhang zwischen dem Zeitdruck und der Zeit von der Diagnose bis zur Therapieentscheidung. Das ärztliche Personal und nachfolgend das Internet waren für die Patienten die wichtigsten Informationsquellen. Patienten, für welche das Internet die wichtigste Informationsquelle darstellte, zeigten keine erhöhten Angstwerte. Ein beträchtlicher Teil der Patienten, vor allem der RP-Patienten, überschätzte das Risiko, am PCa zu versterben. Die Schätzungen des Mortalitätsrisikos verringerten sich im Studienverlauf nicht. Es gab einen positiven Zusammenhang zwischen der Risikoeinschätzung und der Krankheitsangst. Die LPCa-Patienten schätzten die Wahrscheinlichkeit für AS-Patienten, sich innerhalb von 10 Jahren einer kurativen Therapie unterziehen zu müssen, realistisch ein. Schlussfolgerung: Vor allem unter den RP-Patienten überschätzt immer noch ein relevanter Anteil an LPCa-Patienten das PCa-spezifische Mortalitätsrisiko. Darüber, dass dieses aber relativ gering ist und sich zwischen den Therapiestrategien nicht unterscheidet, sollten die Patienten gezielt aufgeklärt werden. Dennoch weisen Männer mit LPCa mehrheitlich vorteilhafte psychosoziale Charakteristiken auf. Ziel des ärztlichen Handelns sollte sein, jene wenigen Männer zu erkennen, die bspw. klinisch signifikante Angst aufweisen. Die gezeigten Zusammenhänge zwischen den einzelnen psychosozialen Faktoren könnten zusätzliche Ansatzpunkte im psychoonkologischen Gespräch bieten.
View lessEinleitung Die infektiöse Keratitis ist bis heute eine der führenden, globalen Ursachen für Sehverschlechterung und Erblindung. Kontaktlinsennutzung, okuläre Traumata und systemische Erkrankungen sind etablierte Risikofaktoren. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Therapie sind essenziell, um Komplikationen zu vermeiden und das Sehvermögen zu erhalten. Methoden In einer retrospektiven klinischen Studie wurden 209 Patienten mit infektiöser Keratitis, die zwischen Januar 2016 und Dezember 2021 an der Charité – Universitätsmedizin Berlin behandelt wurden, analysiert. Die Identifikation der Erreger erfolgte mittels mikrobiologischer Abstriche. Es erfolgte eine Auswertung, um Korrelationen zwischen Erregerspektrum, Therapieanpassungen und Visusveränderungen zu untersuchen. Ergebnisse Bakterielle Infektionen waren mit 64% die häufigste Ursache, wobei innerhalb der bakteriellen Infektionen Staphylokokken (37%) und Pseudomonas aeruginosa (18%) dominierten. Pilzkeratitiden machten 18% aller Fälle aus und waren hauptsächlich durch Candida- und Fusarium- Spezies verursacht. Akanthamöben wurden in 2% nachgewiesen. Eine empirische Ersttherapie war initial in 60,8% der bakteriellen Fälle ausreichend, während eine Therapieanpassung bei Pilzinfektionen in 80% und bei Akanthamöben in 100% erforderlich war. Die Art der Therapieumstellung hatte einen relevanten Einfluss auf den Therapieerfolg. Während die Ergänzung um ein Antimykotikum die häufigste Maßnahme der Therapieveränderung darstellte, führte die Umstellung auf ein wirksameres Antibiotikum in den meisten Fällen zu einer Visusverbesserung. Der Visusverlauf zeigte sich am günstigsten bei den bakteriellen Infektionen (Verbesserung in 58,8%), während Pilze, Mischinfektionen und Akanthamöben deutlich schlechtere visuelle Ergebnisse zeigten. Schlussfolgerung Im Vergleich mit anderen, weltweit durchgeführten Studien wurden ähnliche Keimspektren der infektiösen Keratitis gefunden. Patienten mit bakterieller Keratitis zeigten die besten visuellen Ergebnisse, was sich mit anderen Arbeiten weitgehend deckt. Keratomykosen und Mischinfektionen erfordern am häufigsten Therapieanpassungen und sind mit ungünstigeren Visusoutcomes assoziiert. Die fehlende Wirksamkeit der Ersttherapie bei Akanthamöben unterstreicht die Notwendigkeit einer frühzeitigen Diagnostik. Zur Verbesserung des Visusoutcomes sind ein früher Erregernachweis sowie frühzeitige, erregerspezifische Therapien entscheidend.
View lessBis heute ist der therapeutische Wirkmechanismus von Lithium nur unvollständig verstanden. Es ist bekannt, dass Lithium das Enzym Glykogensynthasekinase 3 (GSK3) inhibiert und sich daraus eine Reihe an Effekten ableiten lassen, die für Prozesse im Gehirn relevant sind. Es konnte nachgewiesen werden, dass Lithium in Leukämiezellen das Signaling des Vitamin-A-Metaboliten Retinsäure (RA) über Veränderungen der RA-Rezeptorexpression beeinflusst. RA, welche als parakrines Hormon wirkt, spielt eine wichtige Rolle bei der Modulation der synaptischen Plastizität im erwachsenen Gehirn und stellt somit einen vielversprechenden pathophysiologischen Mechanismus und ein therapeutisches Ziel bei psychiatrischen Störungen mit veränderter Plastizität dar. Unter der Hypothese, dass Lithium potenziell das RA-Signaling in humanen neuronalen Zellen moduliert, analysierten wir die Transkription RA-assoziierter Gene in der etablierten neuronalen Zelllinie SH-SY5Y. Die Zellen wurden jeweils für 3 Tage mit Lithium, einem GSK3-Inhibitor oder Valproat behandelt. Valproat diente als molekular distinkter Prototyp eines Stimmungsstabilisators, der ebenso wie Lithium eine GSK3-Inhibition vollführt. Die mRNA-Messung der RA-assoziierten Gene erfolgte mittels Reverse-Transkriptions-Polymerase-Kettenreaktionsassay (rt-PCR). Unter Exposition mit Lithium zeigte sich in den neuronalen Zellen eine signifikante Erhöhung der Transkription des RA-Rezeptors RARα sowie der RA-abbauenden Enzyme CYP26A1 und CYP26B1, jedoch nicht für RARβ. Gleiche Wirkung auf CYP26A1- und CYP26B1-mRNA hatte auch der GSK3-Inhibitor, welcher jedoch auf keine der RA-Rezeptoren-mRNA signifikant Einfluss nahm. Valproat erhöhte die Transkription von RARα, RARβ und CYP26A1, aber nicht von CYP26B1. Wir zeigen zum ersten Mal retinoiderge Wirkungen von Lithium, Valproat und einem GSK-3-Hemmer in der neuronalen Zellkultur, was auf eine Veränderung der Plastizitäts-modulierenden RA-Homöostase, als mutmaßlichen Wirkmechanismus, hinweist. Dies könnte den therapeutischen Wirkungen von Lithium und anderen Stimmungsstabilisatoren zugrunde liegen. Zukünftig bedarf es Messungen der Proteinsynthese und klinischer Beobachtungsstudien, um eine klinische Bedeutung der in-vitro-Ergebnisse zu überprüfen.
View lessBackground: CD13, an aminopeptidase, has been identified as a potential therapeutic target in various cancers. However, its role in gliomas remains largely unexplored. This study aimed to investigate CD13 expression in glioblastoma patients. Furthermore, dif ferent glioma cell lines were analyzed in vitro and in vivo to evaluate the impact of CD13 expression on tumor biology. Methods: CD13 gene expression data were analyzed from the TCGA and CGGA data bases using bioinformatic tools to investigate patient survival, CD13 expression across glioma subgroups, associated signaling pathways, and its prognostic value. In vitro, CD13 expression was assessed at the mRNA and protein levels in eight human glioblastoma cell lines using qRT-PCR, western blotting, flow cytometry, and immunocytochemistry. The effects of a CD13 inhibitor (bestatin) on cell proliferation, migration, colony formation, and apoptosis were examined. Additionally, Cd13-overexpressing and knockout GL261 cells were generated and implanted into wild-type and Cd13-knockout mice (syngeneic mouse model) to analyze the impact of Cd13 expression on tumor progression. Tumor volumes were measured by magnetic resonance imaging. Results: Our analyses revealed that high CD13 expression in glioma patients correlated with poor survival and worse prognosis. CD13 expression was strongly associated with aggressive clinical features. Gene Ontology analysis indicated that CD13 is involved in several cancer-related pathways. In vitro analysis of glioblastoma cell lines showed vari able CD13 expression with distinct intracellular and surface localization patterns. Treat ment with bestatin significantly inhibited cell proliferation, migration, and colony formation, while promoting apoptosis. These effects were dependent on the CD13 expression level. In vivo, Cd13-overexpressing GL261 cells promoted tumor growth, while Cd13-knockout cells led to reduced glioma progression. Conclusion: This study demonstrates that CD13 expression is linked to poor prognosis and increased malignancy in gliomas. CD13 plays a significant role in glioma cell func tions in vitro and tumor growth in vivo, suggesting that CD13 could serve as a promising therapeutic target for glioblastoma treatment.
View lessEinleitung: Die vorliegende Untersuchung zielte darauf ab, den Einfluss verschiedener Faktoren – des verwendeten Druckmaterials, des gewählten Aufbauwinkels und der Anwendung künstlicher Alterungsprozesse – auf die Genauigkeit von mit SLA- und DLP-Techniken gefertigten okklusalen Schienen zu bewerten und diese mit den durch Fräsen hergestellten zu vergleichen.
Methodik: Es wurden 192 okklusale Schienen hergestellt, wobei das sowohl das SLA-Verfahren als auch zwei verschiedene DLP-Verfahren zum Einsatz kamen. Diese wurden in fünf unterschiedlichen Aufbauwinkeln gedruckt und zusätzlich mittels Fräsen produziert. Für die SLA-Herstellung wurde das Material "Dental LT Clear" von Formlabs verwendet. Bei den DLP-Verfahren kamen die Materialien "V-splint print" von VOCO und "Luxaprint Ortho Plus" zum Einsatz. Zur Bewertung der Fertigungsgenauigkeit wurden die Schienen gescannt und mit den Original-CAD-Daten sowie untereinander verglichen. Die Proben wurden zunächst 24 Stunden in destilliertem Wasser gelagert und anschließend einem Thermozyklierungsprozess unterzogen, der 1000 Zyklen umfasste. Dieser Zyklus bestand aus abwechselndem Eintauchen in warmes (55 °C) und kaltes Wasser (5 °C) für jeweils 30 Sekunden. Nach diesem Alterungsprozess wurde eine weitere Scanreihe durchgeführt, um erneut die Genauigkeit zu messen und die Ergebnisse vor und nach der Alterung zu vergleichen.
Ergebnisse: Eine statistische Analyse mittels Two-Way-ANOVA bestätigte signifikante Einflüsse der Herstellungsmethodik, des Aufbauwinkels und des Alterungsprozesses. Es zeigte sich, dass traditionell subtraktiv hergestellte Schienen eine höhere Genauigkeit aufwiesen als die, die mittels 3D-Druckverfahren produziert wurden. Unter den additiven Verfahren erreichten die durch DLP-Technik hergestellten Schienen bessere Genauigkeitswerte als die SLA-produzierten. Ein signifikanter Einfluss der künstlichen Alterung wurde nur bei SLA-gedruckten Schienen in Bezug auf deren Dimensionsstabilität festgestellt.
Schlussfolgerung: Die durchgeführte Studie liefert Einblicke in die Leistungsfähigkeit verschiedener Herstellungstechniken für okklusale Schienen. Die Untersuchung verdeutlicht, dass traditionelle subtraktive Fertigungsverfahren überlegen sind, wenn es um die Genauigkeit von Schienen geht. Im Vergleich dazu zeigte sich bei den additiven Fertigungsverfahren eine variierende Genauigkeit, wobei die DLP-Technologie unter Verwendung von spezifischen Materialien wie "Luxaprint Ortho Plus" und "V-splint print" generell bessere Ergebnisse in Bezug auf die Genauigkeit lieferte als die SLA-Technologie mit "Dental LT Clear". Dies unterstreicht die Bedeutung der Materialauswahl sowie des gewählten Druckverfahrens für die Qualitätsparameter. Die Studie zeigte auf, dass die SLA-Technologie besonders empfindlich auf künstliche Alterung reagiert, was sich in einer signifikanten Verschlechterung der Dimensionsstabilität zeigte. Dies ist ein wichtiger Aspekt für Langzeitnutzung und Haltbarkeit.
View lessHintergrund: Trotz des Komplikationsrisikos wird die Überwachung nach orthotoper Herztransplantation (OHT) durch Herzkatheteruntersuchungen (HKU) und Endomyokardbiopsien (EMB) durchgeführt. Wir untersuchten den diagnostischen und prognostischen Wert der mittels TDI-abgeleiteten systolischen Wandbewegungsgeschwindigkeit an der posterobasalen Wand des linken Ventrikels (Sm) als Screening-Modalität in der OHT-Nachsorge. Methoden: Es wurden die Daten von 210 geeigneter Patient*innen, die sich zwischen 2010 und 2020 einer OHT unterzogen hatten untersucht. 44 Patient*innen, die innerhalb des ersten Krankenhausaufenthalts verstorben waren, wurden von der Studie ausgeschlossen. Für 166 Patient*innen wurden Basisdaten und Follow-up-Daten analysiert. Das Durchschnittsalter bei OHT betrug 46,2 (±11,4) Jahre; 76,5 % waren männlich. Ergebnisse: Innerhalb des Beobachtungszeitraums verstarben 22 (13,3%) Patient*innen. Insgesamt traten 170 Episoden akuter zellulärer oder humoraler Abstoßungsreaktionen auf (84 ISHLT1R; 13 ISHLT2R; 8 ISHLT3R; 65 AMR) und in 29 Herzkatheteruntersuchungen wurde eine kardiale Allotransplantat-Vaskulopathie festgestellt. (5 CAV1; 4 CAV2; 20 CAV3). Die individuellen Sm radiales/longitudinales Werte blieben innerhalb des Nachbeobachtungszeitraums stabil (11,5 ± 2,2 cm/s; 10,9 ± 2,1 cm/s). Patient*innen mit akuten Abstoßungsreaktionen und Nachweis einer CAV3 wiesen signifikante Reduktionen von Sm radiales und Sm longitudinales auf (AMR1: 1,6 ± 1,9 cm/s, Konfidenzintervall (KI) 0,77–0,243, p < 0,001; 1,8 ± 2,0 cm/s, KI 0,92–0,267, p < 0,001. ISHLT1R: 1,7 ± 1,8 cm/s, KI 1,32–2,08, p < 0,001; 2,0 ± 1,6 cm/s, KI 1,66–2,34, p < 0,001. CAV3: 1,3 ± 2,5 cm/s, KI 0,23–2,43, p < 0,017; 1,4 ± 2,8 cm/s, KI 0,21–2,66, p < 0,021). Ein niedrigerer Sm war assoziiert mit einer Verdreifachung der Gesamtmortalität (Hazard Ratio (HR) 3,24, KI 1,2–8,76, p = 0,020; HR 2,92, KI 1,19–7,18, p = 0,019). Insgesamt führte die Sm-gesteuerte Überwachung zu 0,75 invasiven Diagnostiken pro Patient nach dem OHT-Jahr. Schlussfolgerungen: Der Sm - Wert blieb im Post-OHT-Verlauf stabil. Reduktionen wurden bei ISHLT1R, AMR1 und CAV3 beobachtet und waren mit einer höheren Gesamtmortalität assoziiert. Die Sm-gesteuerte Überwachung kann als sichere, ergiebige Screening-Modalität in der OHT-Nachsorge bezeichnet werden. ° (33) (Abstrakt aus (33) übersetzt durch die Autorin der vorliegenden Arbeit)
View lessLarge biomedical research networks facilitate the collection and integration of data, biospecimens, and expertise to develop innovative approaches for therapy, diagnostics, and prevention. The ORCHESTRA project is an example of such a network, bringing together data from more than 2.3 million participants across multiple continents to improve the prevention and treatment of COVID-19. One of the main challenges in establishing the multi-center network was the heterogeneous information technology (IT) infrastructure at the participating centers, which included both centralized and decentralized components operating under different regulatory and organizational frameworks. A best practice for effective and legally compliant research data management is pseudonymization, which means that identifying data about patients and study participants is managed separately from biomedical data and biospecimens. However, no widely adopted pseudonymization infrastructure currently exists that can be easily integrated into research networks, which posed a particular challenge when rapidly establishing ORCHESTRA to address the COVID-19 crisis in Europe. To address this need, the ORCHESTRA Pseudonymization Tool (OPT) was developed. The OPT is a lightweight, scalable, and user-friendly solution designed for rapid decentralized deployment in multi-center research networks. It supports both prospective and retrospective study designs and enables the flexible management of pseudonymization processes. The tool has been deployed in ORCHESTRA at 19 sites in 13 countries, protecting more than 30,000 study subjects and 15,000 associated biosamples. It was specifically designed for ease of use in resource-limited environments, runs on various operating systems, and does not require centralized IT infrastructure. Through continuous user feedback, OPT has been regularly improved, achieving high user satisfaction. It was also later adopted in other research projects. The results demonstrate that the OPT is a viable solution for pseudonymization in large-scale, multi-center research networks and made a significant contribution to the secure and efficient use of sensitive biomedical data in ORCHESTRA.
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