Die Masterarbeit "Dialogisches Lernen und Sprachbildung im Mathematikunterricht" ist an der Schnittstelle von Mathematikdidaktik und Sprachbildung verortet und untersucht das Dialogische Lernen nach Gallin und Ruf im Hinblick auf seine sprachbildenden Potenziale im Mathematikunterricht. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass mathematisches Lernen in hohem Maße sprachlich vermittelt ist und Sprache dabei nicht nur Medium, sondern zugleich Voraussetzung und Gegenstand fachlichen Lernens darstellt. Vor diesem Hintergrund wird das Dialogische Lernen als Unterrichtskonzept betrachtet, das durch seine konsequente Ausrichtung auf Schriftlichkeit, individuelle Denkwege und dialogische Rückmeldung besondere Anknüpfungspunkte für sprachbewusstes Lernen bietet. Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse zweier didaktischer Ansätze: dem Dialogischen Lernen nach Ruf und Gallin sowie dem Konzept des sprachbildenden Mathematikunterrichts nach Prediger. Ziel ist es, beide Konzepte systematisch zueinander ins Verhältnis zu setzen und zu klären, inwiefern das Dialogische Lernen – betrachtet durch die „Brille“ der Sprachbildung – als sprachsensibler beziehungsweise teilweise sprachbildender Mathematikunterricht verstanden werden kann. Im analytischen Teil werden die grundlegenden sprachdidaktischen Orientierungen sowie zentrale Prinzipien der Sprachbildung nach Prediger auf das Dialogische Lernen angewendet. Dabei zeigt sich, dass das Dialogische Lernen zahlreiche sprachbildende Potenziale aufweist: Es fördert reichhaltige Sprachhandlungen, unterstützt die individuelle Begriffsbildung, verknüpft sprachliche und fachliche Lernprozesse und macht Denkwege durch schriftliche Artikulation sichtbar und reflektierbar. Gleichzeitig wird deutlich, dass zentrale Elemente eines systematisch sprachbildenden Mathematikunterrichts – wie vorausschauende Sprachdiagnostik, explizite Scaffolds, planvolle Registerarbeit oder angeleitete Darstellungs- und Sprachenvernetzung – im Dialogischen Lernen nicht vorgesehen sind. Diese Begrenzungen ergeben sich jedoch nicht aus einem didaktischen Defizit, sondern aus der konzeptionellen Offenheit des Ansatzes, der individuelle Ausdrucksformen und nicht vorstrukturierte Lernwege bewusst in den Mittelpunkt stellt. Auf dieser Grundlage werden Konsequenzen für die Unterrichtspraxis abgeleitet. Die Arbeit zeigt, dass Sprachbildung im Dialogischen Lernen dort sinnvoll integrierbar ist, wo sie reaktiv, minimal und an authentischen Lernendenäußerungen orientiert erfolgt – insbesondere im Rahmen der dialogischen Rückmeldung und der Autografensammlung. Eine zentrale Rolle kommt dabei der sprachlichen Sensibilität der Lehrkraft zu, die sprachliche Lerngelegenheiten wahrnimmt und aufgreift, ohne die dialogische Offenheit des Unterrichts zu unterlaufen. Insgesamt leistet die Arbeit einen Beitrag zur mathematikdidaktischen Diskussion um sprachbewusst gestalteten Unterricht und zeigt, wie fachliches und sprachliches Lernen im Dialogischen Lernen miteinander verbunden werden können, ohne den Kern des Konzepts aufzugeben.
View lessHuman-carnivore conflicts arise when encounters between humans and carnivores lead to negative consequences for one or both parties. They are often complex and globally widespread, varying across social-ecological systems. In Argentina, conflicts with pumas are prevalent and can be categorized into two main types: conflicts arising from livestock depredation and trophy hunting. The former is driven by livestock depredation, which in turn generates negative attitudes and behaviors towards these carnivores and may result in retaliatory killings of the pumas. The latter is motivated by leisure or sports aspects. However, the understanding of how different social-ecological variables influence these conflicts on a broader scale is very scarce, and scientific research addressing this is lacking. This study focused on the aforementioned types of human-puma conflicts and characterized and explored the social- ecological attributes of them in different social-ecological land systems (SELS) of Argentina. Using online-news articles and scientific literature from 2017 until 2022, I identified 90 conflict locations (51 livestock depredation and 39 trophy hunting). I analyzed the influence of five spatial social-environmental variables (such as: distance to protected areas; unpaved roads; or small-livestock density) on the occurrence of each conflict type through a multinomial logarithmic model. My findings reveal that both conflicts occurred predominantly in the SELS types “low-diversity cold and temperate grassy rangeland”, and “urbanized large scale agricultural plains”, with trophy hunting dominating in the latter. While the modelled variables number of settlements and small-livestock density were influential for both conflict types, a shorter distance to protected areas characterized the occurrence of livestock depredation conflicts, while the presence of unpaved roads characterized the occurrence of trophy hunting. Overall, the location and identification of the social-ecological variables that characterize human-puma conflict types, at a regional scale, can inform efforts towards an early detection of conflicts, and thus contribute to the sustainable management of complex regions.
Please note that this MSc thesis was published as a peer-review research article: Himmelsbach, Nanni, Ypa, Piquer-Rodríguez (2025). Spatial characterization of human-puma interactions in social-ecological land systems of Argentina, Global Ecology and Conservation, https://doi.org/10.1016/j.gecco.2025.e03953.
View lessDie Masterarbeit untersucht die poetischen Werke Füchse von Llafenko und Spandau von Gloria Dünkler im Hinblick auf ihre literarische Auseinandersetzung mit transkontinentalen Formen des Nationalismus und der Erinnerungskultur im Kontext der deutsch-chilenischen Geschichte. Beide Texte thematisieren historische Verflechtungen des Nationalsozialismus mit Chile, sei es über den Einfluss nationalsozialistischer Ideologie auf die "Auslandsdeutschen" in Chile oder über die Flucht und das spätere Leben des NS-Funktionärs Walther Rauff. Während Füchse von Llafenko den migrationspolitischen Diskurs problematisiert, richtet Spandau den Fokus auf die Sichtbarmachung der scheinbaren Normalisierung nationalsozialistischer Täterbiografien im Exil und die poetische Zeugenschaft politischer Gefangener während der Pinochet-Diktatur. Die Analyse zeigt, dass sich beide Werke intertextueller und intermedialer Verfahren bedienen, etwa durch Bezüge zur "poesía testimonial" sowie durch die Einbindung von Dokumenten und Zeitungszitaten. Die lyrische Gattung ermöglicht dabei eine offene und vielschichtige Exploration der Vorstellung von „den Deutschen“ als nationaler Gruppe in Chile. Besonders in Füchse von Llafenko verschränken sich Vorstellungen eines „erfundenen Bluts“ mit Modernitätsversprechen der staatlich geförderten deutschen Migration und Selbstbildern nationaler Identität. Die wiederkehrende Metaphorik der Pflanzlichkeit eröffnet zugleich neue Denkweisen von Herkunft, Anpassung und Identitätskonstruktion jenseits territorialer Fixierungen. Im Sinne der Gedächtnistheorie nach Astrid Erll lassen sich unterschiedliche Dimensionen der Erinnerungskultur herausarbeiten: Beide konzentrieren sich auf die mentale Dimension, indem es bestehende Narrative durch dokumentarische Vertiefung hinterfragt und erweitert, während Füchse von Llafenko stärker die soziale Dimension der Erinnerungskultur adressiert, indem es den chilenischen Migrationsdiskurs literarisch reflektiert und pluralisiert. Beide Texte verdeutlichen, dass Erinnerungskultur stets von konkurrierenden Perspektiven geprägt ist.
View lessAngehende Lehrkräfte stoßen beim Erwerb professioneller Kompetenzen auf vielfältige Herausforderungen. Diese zeigen sich etwa im Umgang mit Bildungstechnologien und im Aufbau diagnostischer Fähigkeiten oder äußern sich in ungünstigen motivationalen Orientierungen und Überzeugungen gegenüber evidenzbasiertem Handeln. Die Utility-Value-Intervention (UVI) ist ein Ansatz zur Motivations- und Leistungsförderung, der Lernende zur Herstellung persönlicher Verbindungen zu Lerninhalten anregt, um den wahrgenommenen Nutzwert zu steigern. Obwohl UVIs im Lehramtsstudium eingesetzt werden, fehlt eine systematische Aufarbeitung der Forschungsergebnisse. Dieses systematische Review untersucht daher, inwiefern UVIs zur Förderung professioneller Kompetenzen angehender Lehrkräfte beitragen. Dafür analysiert die Arbeit 1) die Gestaltungs- und Implementierungsmerkmale der eingesetzten UVIs und 2) deren Wirksamkeit, strukturiert entlang der im COACTIV-Modell definierten Kompetenzaspekte Professionswissen, Überzeugungen und motivationale Orientierungen. Die systematische Literatursuche und der mehrstufige Auswahlprozess, orientiert am PRISMA-Schema, resultierten in neun eingeschlossenen Publikationen. Die eingesetzten UVIs wiesen eine hohe Vielfalt in der Gestaltung und Implementierung auf, jedoch mit Abweichungen von Empfehlungen bei der Dosierung sowie den Wahlmöglichkeiten und der Vielfalt. Hinsichtlich der Wirksamkeit zeigten sich keine direkten Effekte auf das Professionswissen, jedoch Hinweise auf eine Anregung von Wissensintegrationsprozessen. Bei den Überzeugungen konnte der wahrgenommene Nutzwert nur in etwa der Hälfte der Studien gesteigert werden; Effekte auf das Growth Mindset blieben aus. Für die motivationalen Orientierungen zeigten sich überwiegend (bedingt) positive Effekte auf die Selbstwirksamkeit, Erfolgserwartung, Handlungsintentionen und selbstbestimmte Motivation; für das Interesse deutete sich dagegen nur eine potenziell stabilisierende Wirkung an. Die Wirksamkeit der UVI scheint insbesondere von der Reflexionsqualität, der Dosierung sowie den individuellen Voraussetzungen der Studierenden abzuhängen.
View lessThis thesis investigates the African Section of the Museo Internacional de la Resistencia Salvador Allende (MIRSA), founded in Algiers in 1983 through an exhibition organized in solidarity with the Chilean resistance against the Pinochet dictatorship. As MIRSA's last collection and the only one formed on African territory, it represents a significant but largely overlooked example of South-South artistic networks during the Cold War and the period of decolonization. Through interviews with organizers and participating artists, combined with archival research, the study reconstructs the political and cultural relations that made this exhibition possible. It examines how the donated artworks embody a complex mosaic of temporalities, incorporating precolonial, colonial, postcolonial, and anti-colonial eras, and engage with multiple processes, including mutual influence, destruction, adaptation, and appropriation, reflecting, among other aspects, shared anti-imperialist and anti-fascist commitments. Their themes, techniques, and materials reveal the circulation of ideas, influences, and solidarities across continents, tracing their journey from Algiers in 1983 to their current location in Santiago. By focusing on the connections between Africa and Latin America, the thesis contributes to the decentralization of narratives of art history and the Cold War, emphasizing the Third World not as a peripheral space, but as a producer of political imagination, cultural exchange, and global solidarity.
View lessThe fragmented and disrupted electricity infrastructures of Benin restrict service provision in health centers and are insofar co-responsible for healthcare shortcomings. Off-grid PV systems are regarded as state-of-the-art technology to complement conventional structures of electricity provision and hence ‘develop’ the apparent insufficiencies. This thesis aims to go beyond these ostensible claims and explore the complexities and contradictions that arise from the integration of such technologies in public institutions. To achieve this distinct perception, the systems were conceptualized as fluid actors whose impacts in the dimensions of ‘nation building’, ‘community constitution’, and ‘provision of clean electricity’ were examined and compared to other fluid actors. Data was collected through qualitative interviews with members of (inter-) national organizations, technicians, and healthcare professionals. The analysis demonstrates that off-grid PV systems play a crucial role in the hybridization of electricity provision as they appear in differing quantities, sizes, and scopes in most of the visited health centers. Nevertheless, it was found that this integration does not inherently facilitate stable nation-building processes, nor does it equate to the satisfaction of health professionals. Consequently, the thesis concludes in defining interdependent identities of off-grid PV systems as envisioned, visible, and invisible actor that allow to portray the ambivalent characteristics of the technology.
View lessIn light of the climate crisis, the discovery of Europe’s largest deposit of rare earth elements, known as Per Geijer and located in Kiruna, Northern Sweden, has been celebrated as a key to the EU’s green transition. At the same time, however, the planned extraction risks making traditional reindeer herding in the area impossible, thereby jeopardizing Sami culture, which is deeply rooted in the land and reindeer herding. Drawing on literature and fieldwork, this study explores how the mining project would affect local Sami reindeer herders’ experiences of environmental justice, focusing on the three dimensions of distribution, recognition and participation. The analysis combines environmental justice theory with a capabilities approach to assess not only the social, economic and cultural impacts but also the effects on reindeer herders’ well being and autonomy. This study reveals that the state positions the erosion of Sami culture and livelihood as a necessary cost for the greater good. While Sami reindeer herders suffer environmental, economic, social and cultural consequences, they are largely excluded from profits and decision-making. In light of the green transition and rising mineral demands, this thesis adds to the discussion on the impacts of extraction on Indigenous groups and highlights the need for a just transition that does not reproduce colonial injustices.
View lessWhat does justice imply – and for whom? This question is relevant with regard to various topics and needs to be considered, for example in the context of the environment. The concept of environmental justice (EJ) provides an approach to answering this question. In the context of this thesis, EJ is therefore applied to a specific case, the construction of a liquefied natural gas (LNG) terminal. The focus on the expansion of this fossil fuel infrastructure is a fairly new phenomenon in Germany, as is the protest against it. Similarly new is the qualitative, scientific examination of local struggles in the German research landscape with regard to LNG. In order to expand this state of research and analyze the new energy policy developments and their local implications, the following paper asks to what extent the three dimensions of EJ - distributive, recognition and procedural justice - are reflected in the motives and arguments of the opponents of the LNG terminal off Rügen. Through interviews with opponents of the LNG terminal, the qualitative research design enabled a detailed examination of the predominant motives of EJ in the context of the construction of fossil infrastructure. Local and external groups, as well as non-human entities, are mentioned in the motives for distributional injustices. In addition, complex procedural injustices in the context of the approval process or the dialogue formats between politics and the population were addressed. There was some recognition of certain local groups, but other non-local groups were given less consideration, similar to various local demands or scientific findings.
View lessMukoviszidose ist durch hochviskosen, schwer abtransportierbaren Schleim in den Atemwegen gekennzeichnet, dessen Eigenschaften wesentlich durch Disulfidbrücken in Mucinen bestimmt werden. Deren Reduktion kann die Viskosität senken und bietet damit einen authentischen Kontext zur Behandlung zentraler chemischer Inhalte wie Redoxreaktionen, Struktur-Eigenschafts-Beziehungen und Stoff-Teilchen-Konzepte im Chemieunterricht. Auf dieser Grundlage wurde eine experimentelle Lehr-Lerneinheit für die Sekundarstufe II entwickelt, die ein Modellexperiment auf Basis eines Chitosan-Liponsäure-Hydrogels nutzt, um die Reduktion von Disulfidbrücken und deren Einfluss auf die Viskosität erfahrbar zu machen: Lernende analysieren die Schleimviskosität im Kontext eines vernetzten biologisch-medizinischen Systems, formulieren Hypothesen, variieren experimentelle Parameter und interpretieren Ergebnisse theoriegeleitet. Eine begleitende empirische Untersuchung erfasst, in welchem Umfang die Schülerinnen und Schüler Scientific-Inquiry-Prozesse sowie Merkmale systemischen Denkens im Rahmen des komplexen Themas Mukoviszidose zeigen. Die Ergebnisse dienen der didaktischen Bewertung der Wirksamkeit systemisch orientierter Lehr-Lern-Formate im Chemieunterricht.
View lessMenschliche Kognition wird fundamental durch konzeptuelle Metaphern geprägt. Diese beschreiben die Übertragung von Eigenschaften zwischen Konzepten und lassen sich anhand der Sprache untersuchen. Auch das Denken und Sprechen über Politik wird durch zahlreiche konzeptuelle Metaphern strukturiert. Die Moral-Politics-Theory definiert diese Metaphern und weist sie zwei Modellen zu, die ein konservatives beziehungsweise progressives Weltbild begründen. Diese Studie untersucht anhand von Fokusgruppeninterviews, inwiefern sich der von der Moral-Politics-Theory postulierte Zusammenhang von Metapherngebrauch und politischer Einstellung feststellen lässt. Zudem überprüft die Arbeit im Rahmen der Analyse, ob aus den von Fokusgruppenteilnehmer:innen gebrauchten konzeptuellen Metaphern zwei Gruppen hervorgehen, die den Modellen der Moral-Politics-Theory entsprechen. Methodisch wird dies durch eine strukturierende Metaphernanalyse umgesetzt, deren Ergebnisse quantifiziert und ausgewertet werden. Die Auswertung zeigt, dass ein Zusammenhang zwischen politischer Einstellung und Metapherngebrauch besteht, dieser bei konservativen Teilnehmer:innen jedoch stärker und bei progressiven Teilnehmer:innen nicht signifikant ausfällt. Zudem entsprechen die festgestellten Metapherngruppen weitestgehend den Modellen der Theorie. Die Studie bestätigt die Relevanz konzeptueller Metaphern für die politische Kommunikation und macht einige Vorschläge wie bestimmte Aspekte der Moral-Politics-Theory sowie deren Verbindung zu politischer Ideologie spezifiziert und weitergehend untersucht werden könnten.
View lessThis thesis examines how youth political representation affects voter turnout among young people and shapes both intergenerational and intragenerational inequalities in political participation. Existing research highlights the turnout-boosting effects of youth representation but often neglects variations within the youth population and the institutional contexts in which participation occurs. To address these gaps, this study employs multilevel logistic regression using cross-national data from 38 countries in the Comparative Study of Electoral Systems (CSES) Module 5. The results show that youth representation increases voter turnout among young people and reduces the generational turnout gap, yet its benefits are unevenly distributed. Young women and individuals with higher education levels experience greater gains, while effects are limited for lower-educated groups, and the urban–rural divide remains insignificant. Macro-level conditions such as GDP per capita and democratic quality enhance the inclusivity of youth representation, whereas income inequality and population aging exert mixed or minimal effects. These findings indicate that the impact of youth representation depends on the interaction between individual attributes and structural environments, forming a conditional inclusion structure that can either promote or constrain participatory equality. The study reconceptualizes descriptive representation as a conditional form of inclusion and argues that increasing youth presence in politics alone is insufficient without complementary reforms that strengthen education access, gender equity, and institutional trust to foster equitable youth participation.
View lessDie Masterarbeit nimmt eine erste Verortung der Bundeswehr im politikdidaktischen Diskurs vor und gibt eine fundierte Grundlage über das Verständnis der Bundeswehr von politischer Bildung sowie das Selbstverständnis der Institution Bundeswehr als Akteur politischer Bildung.
Die Arbeit untersucht die Darstellung von Weiblichkeitsbildern im klassisch-akademischen Bühnentanz des 19. Jahrhunderts im Hinblick auf koloniale Imaginationen des Spanischen und verknüpft dabei unterschiedliche methodische Ansätze, insbesondere tanzwissenschaftliche Bewegungsanalyse und diskursanalytische Verfahren.
Constraining the heat flow out of a planetary core over geological time remains a significant challenge, as the extreme pressures and temperatures involved push the limits of experimental capabilities. However, this heat flow is crucial for understanding planetary processes that are often linked to habitability in planetary sciences. A geodynamo driven by core cooling, mantle convection, and plate tectonics is strongly influenced by this value. Recent studies coupling higher-dimension visco-plastic mantle convection with core evolution models have demonstrated correlations for Earth, highlighting the need for more comprehensive models to explore these interactions in other rocky planets. One such potential correlation is between a planet’s surface magnetic field strength and its surface cooling regime, such as plate tectonics. Here, we present a new 2D mantle convection model coupled with a core evolution model, incorporating state-of-the-art equations of state for core and mantle minerals, to study the well-known exoplanet class: Super-Earths. Our results reveal a previously overlooked mechanism—an inner-core–mantle thermal feedback loop—emerging from our coupling approach. The Earth reference cases examined here further support the necessity of an additional geodynamo-driving mechanism in early Earth to resolve the "new core paradox". Additionally, we find that surface magnetic field intensities for super- Earths range from 25 to 360 μT. Notably, we observe that "hot" super-Earths (<3M⊕) exhibit geodynamo evolutions independent of surface regime, while those with a mobile lid (>3 M⊕) experience enhanced geodynamo lifetimes and stronger surface fields. This suggests a small but significant link for future observational detections.
View lessAktuelle, zeitdiagnostische Beiträge der Demokratietheorie beschreiben eine tiefgreifende Krise demokratischer Ordnungen. Als eins der zentralen Problemfelder gilt dabei eine zunehmende Dominanz wirtschaftlicher Interessen, welche demokratische Institutionen schwächt und die Voraussetzungen für eine gleichberechtigte politische Teilhabe untergräbt. In diesem Kontext zielt die Arbeit darauf, ein theoretisch fundiertes Verständnis dieser wirtschaftlich bedingten Krisendynamiken zu entwickeln, indem sie auf die pragmatistische Demokratietheorie John Deweys rekurriert und deren Kritik an bestehenden ökonomischen Verhältnissen herausarbeitet. Dafür wird zuerst Deweys auf Kooperation zielendes, kontingenzaffirmatives Demokratieideal als pragmatistisch begründeter radikaldemokratischer Theorieansatz rekonstruiert. Anschließend werden zentrale Überlegungen Deweys zu einer Demokratisierung des Wirtschaftssystems nachgezeichnet und dieser so als demokratisch-sozialistischer Denker portraitiert. Das Zusammenbringen beider Aspekte, der radikal- und wirtschaftsdemokratischen Perspektive, ist Ausgangspunkt für eine Untersuchung von Deweys pragmatistischem Weltzugang als Alternative zu postfundamentalistisch-radikaldemokratischen als auch materialistisch-sozialistischen Ansätzen. Deweys Pragmatismus lässt sich so als eine spezifische, postessentialistisch informierte sowie materialistisch ausgerichtete Erkenntnishaltung verstehen. Diese verbindet in bereichernder Weise eine Kritik an essentialistischem Letztbegründungsdenken mit einem normativen Bezug auf eine emanzipatorische Überwindung von Herrschaft. Abschließend wird Deweys gesellschaftstheoretisch fundiertes Demokratiedenken im Lichte gegenwärtiger ökonomischer Entwicklungen diskutiert. Deweys postessentialistisch-materialistisches Begriffsinstrumentarium ermöglicht es, heutige Krisen der Demokratie als Zerrüttungstendenzen im sozialen Beziehungsgefüge zu verstehen und diese als Kooperationshindernisse zu erforschen. Sie bietet darüber hinaus eine demokratietheoretische Grundlage der Kritik an ökonomischer Hierarchisierung und politischer Ausgrenzung und verpflichtet darauf, Reformideen zur Lösung dieser Probleme zu erkunden.
View lessEn la presente investigación se muestran los programas y proyectos del Estado mexicano durante el Cardenismo enfocados en la transformación mental y física de los indígenas. En este periodo conocido como de “reconstrucción nacional” existieron cambios importantes en la educación de los grupos más empobrecidos y las comunidades indígenas. Las campañas y los programas de higiene, cuidado del cuerpo, y salud fueron extendidos a lo largo del territorio, junto con la difusión de los deportes y campañas contra el alcoholismo. Además, se incorporó la teoría de integración a la política educacional, lo que resultó en la aspiración de alfabetizar en lengua nativa. Inspirada en la política de nativización stalinista soviética de los años veinte y apoyada por políticos e intelectuales marxistas de alto rango, la teoría de integración buscaba ser una solución al llamado “problema indígena”. Esto llevó al intercambio científico con lingüistas estadounidenses y al estudio de la pedagogía soviética. Si bien la elite intelectual y los políticos indigenistas buscaban redimir al “indio”, conservar su “esencia” y materializar los ideales de la Revolución Mexicana, sus discursos no estuvieron ausentes de racismo y discriminación. Para lograr el “mejoramiento de la raza indígena” se debía “des-indianizar y civilizar al indio”. En realidad, ese mejoramiento consistía en mexicanizarlo, es decir convertirlo en mestizo.
View lessThis study investigates the subject of international student migration, which a focus on non-EU nationals who have migrated to Berlin, Germany. The study highlights a research gap and a research approach that offers an insight into international migration, focusing on student migration. Within the wide range of different perspectives on student migration, the nature of the student migration experience and how their decision to return is shaped is the main concept of this thesis. Therefore, the research question is “To what extent do the experiences of non-EU international students in the German labour market affect their decision to return?”. The research question will be narrowed down into the sub-question of “What roles do nationality and social class play regarding their experiences?”. The inquiry will be framed to explore the experiences of international students from non-EU countries and their decision to return, if applicable, to their home countries. Within this study, the intersectionality of nationality and social class and their effects are explored. The primary objectives of this study are: 1) to identify the experiences of various non-EU student nationals in the German labour market, 2) to use this experience to consider if their social class and nationality affected this experience, 3) and see if their decision to return is related to this intersectionality. The study will utilise qualitative interviews as its method.
View lessDiese Arbeit erforscht die Sichtweise von Zeitungen ohne antisemitische Programmatik zur Zeit des Kaiserreichs auf jüdische Transmigranten aus Osteuropa und fragt, welche Konzepte von Nation, Staatsbürgerschaft und sozialer Klasse sich in deren Berichten identifizieren lassen. Auf Basis einer qualitativen Diskursanalyse werden drei Zeitungen unterschiedlicher politischer Ausrichtung analysiert: der linksliberale Anzeiger für das Havelland aus Spandau, das deutsch-jüdische Israelitische Familienblatt und der sozialdemokratische Vorwärts. Die Arbeit betrachtet die Zeit ab den Pogromen im Zarenreich 1881 bis zum Ersten Weltkrieg und fokussiert sich auf Berlin als zentralen Transitpunkt zwischen Osteuropa und den Nordseehäfen.
Methodisch stützt sich die Arbeit auf Benedict Andersons „imagined communities“, Judith Butlers Überlegungen zu „hate speech“ und Helmut Walser Smiths Forschung zur Rolle des Antisemitismus in der Entstehung des deutschen Nationalstaats. Die Arbeit zeigt, dass jede Zeitung die jüdischen Transmigranten als Projektionsfläche für ihr spezifisches Verhältnis zu Nation, Staatsbürgerschaft und sozialen Klassen nutzte: Der Anzeiger verwendete vermeintlich wissenschaftliche Diskurse zu Hygiene und Kultur, um die Migranten als „ungebetene Gäste“ und Gefahr darzustellen, vermied jedoch direkte antisemitische Aussagen, um den Status deutscher Juden nicht zu gefährden. Das Familienblatt sah die Migranten zwar als „Glaubensbrüder“, betonte aber deren kulturelle Fremdheit zu den deutschen Juden, um den eigenen assimilierten Status im Nationalstaat zu verteidigen. Der Vorwärts beschrieb die Transmigranten als „unglückliche Proletarier“ und integrierte sie in die Vorstellung der Klassensolidarität, entwickelte jedoch zunehmend eine ablehnende Haltung, um Ansprüche deutscher Arbeiter an die Bevorzugung durch den Staat abzusichern.
Die Arbeit ergänzt die Forschung, indem sie Nationalitäts- und Klassendiskurse mit kolonialen Perspektiven auf Migration aus Osteuropa verbindet. Sie zeigt, wie gesellschaftliche Gruppen und die ihnen nahe stehenden Medien ihre politischen Rechte im neuen Nationalstaat in Abgrenzung zu jüdischen Transmigranten aushandelten.
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