Die Anschlussfähigkeit von Heritage für ethnonationale Narrative und für die Plausibilisierung von kriegerischen Auseinandersetzungen konstruiert Heritage-Elemente als Basis für nationale Identitäten, die verteidigt werden müssen; dies ist schwer zu knacken. Gerade die Materialität von archäologischen Artefakten, die eine objektive Faktizität suggeriert, und die eindeutige räumliche Verankerung in einer Fundstelle scheinen eine Verwendung als ethnische Markierung und Sichtbarmachung des ethnischen bzw. nationalen Territoriums so wirksam zu machen. Die Verknüpfung von Heritage und Ethnizität erscheint auch durch die räumliche Verbindung mit Staaten fast un-auflöslich. Hier könnte vielleicht die Neukonzeptionalisierung von Heritage als Common Good einen möglichen Ausweg bieten. Der Staat als alleiniger Besitzer und Verwalter wird von lokalen Akteur*innen und Betroffenen abgelöst, die eine Entscheidungsmacht im Umgang mit Heritage erhalten.