Anlass für den Beitrag Cornelius Holtorfs ist eine Entwicklung in Schweden, die Kulturerbe verstärkt vor dem Hintergrund eines drohenden Kriegs diskutiert, die Rolle von Kultur im Rahmen einer Gesamtverteidigungsstrate-gie verhandelt und die nach Holtorfs Beobachtung im „Kulturerbebetrieb“ unhinterfragt bleibt. Der derzeitige Fokus europäischer Staaten auf Verteidigung, sowohl fiskalisch als auch rhetorisch, ist kein allein schwedisches Phänomen. Die Kurzsichtigkeit, mit der diese Politik verfolgt wird, ohne eine Idee davon zu haben oder zumindest ohne zu vermitteln, wo man auf lange Sicht mit dieser Politik hin möchte, kritisiert auch Daniel Marwecki in seiner in Deutschland derzeit viel diskutierten Gegenwartsanalyse Die Welt nach dem Westen und konstatiert: „[…] Rüstung ohne eine positive Vision von Zukunft wird sich im Nachhinein als Kriegsvorbereitung herausstellen“ (Marwecki 2025: 212).