How does our awareness of bodily signals influence our choices? Our current view of interoception includes its role in body regulation, as well as in the anticipation of possible needs that might arise in the body. This has implications for eating behavior and decision making. There is mounting evidence that increased interoception is linked to healthier eating behaviors, as well as reduced risk taking and impulsivity. However, are risky choices causally influenced by interoceptive signals? Current evidence of such a causal link is lacking. Moreover, while decreased interoception has been linked to disordered eating behaviors and obesity, the causality of this association remains unclear. It is possible that interoceptive dysfunction is caused by increased body mass and body fat percentage. On the other hand, interoceptive dysfunction could precede obesity. Indeed, reduced awareness of sensations relevant for food intake, such as sensations of satiety and hunger, can cause weight gain, and lead to obesity. Finally, the experience of pain, which involves interoceptive processes, is associated with overeating and obesity. Nonetheless, it is unclear how interoception influences food intake in the context of pain. Interestingly, preference for sugar has been positively linked to both pain and interoception. Whether interoceptive signals play a role in the association between pain and obesity remains unclear.
In this thesis, I aim to address these questions across three studies. In Study 1, we investigated how manipulating bodily signals through compression can impact the accuracy of and insight into cardiac and gastric signals. Moreover, we investigated the causal effect of interoceptive processing on risky decision making. Our analysis revealed that body compression can increase sensitivity to gastric satiety and the insight into cardiac activity. Moreover, we saw a direct association between enhanced sensitivity to gastric satiety and risky decision making, when the body was compressed.
In Study 2, we aimed to investigate whether weight loss in obesity was associated with improvements in interoceptive processing. Patients with class III obesity enrolled in a dietary weight loss intervention at a day clinic, and provided assessments of interoception and cognitive control throughout their intervention. We found that weight loss was not predictive of improvements in interoception. Instead, individual differences in interoception before the intervention predicted weight-loss success. Moreover, we found that cognitive control moderated this association, by diminishing the negative effect of interoceptive sensibility on weight loss, and increasing the positive effect of sensitivity to stomach fullness on weight loss.
In Study 3, we explored associations between interoceptive sensibility and pain sensitivity, as well as their impact on food preferences and food intake, in a longitudinal online study. We found that increased interoceptive sensibility was associated with increased pain sensitivity, and that they jointly predict a higher preference for sweetness, as well as a higher intake of sugar. Moreover, pain sensitivity and sugar intake predicted higher body mass.
Taken together, these studies contribute to the current understanding of how interoception guides behavior, and hold implications for clinical interventions in eating disorders and obesity.
Wie beeinflusst unser Wahrnehmung der Körpersignale unsere Entscheidungen? Unser aktueller Blick auf die Interozeption umfasst ihre Rolle bei der regulatorischen Verhalten sowie bei vorausschauendem Verhalten, das möglichen Bedürfnissen des Körpers vorausgeht. Dies hat Auswirkungen auf das Essverhalten und die Entscheidungsfindung. Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass eine erhöhte Interozeption mit gesünderem Verhalten sowie einem geringeren Risikoverhalten und einer geringeren Impulsivität verbunden ist. Werden riskante Entscheidungen jedoch kausal durch interozeptive Signale beeinflusst? Derzeit fehlen Belege für einen solchen kausalen Zusammenhang. Darüber hinaus wurde zwar eine verminderte Interozeption mit gestörtem Essverhalten und Fettleibigkeit in Verbindung gebracht, doch die Kausalität dieses Zusammenhangs bleibt unklar. Es ist möglich, dass eine interozeptive Dysfunktion durch eine erhöhte Körpermasse und einen erhöhten Körperfettanteil verursacht wird. Andererseits könnte eine interozeptive Dysfunktion der Fettleibigkeit vorausgehen. Tatsächlich kann ein vermindertes Bewusstsein für Empfindungen, die für die Nahrungsaufnahme relevant sind, wie Sättigungs- und Hungergefühle, zu einer Gewichtszunahme und damit zu Fettleibigkeit führen. Schließlich wird das Erleben von Schmerz, das interozeptive Prozesse beinhaltet, mit übermäßigem Essen und Fettleibigkeit in Verbindung gebracht. Dennoch ist unklar, wie die Interozeption die Nahrungsaufnahme im Zusammenhang mit Schmerz beeinflusst. Interessanterweise wurde eine Vorliebe für Zucker sowohl mit Schmerz als auch mit Interozeption in Verbindung gebracht. Ob interozeptive Signale eine Rolle bei der Verbindung zwischen Schmerz und Fettleibigkeit spielen, bleibt unklar.
In dieser Arbeit möchte ich diese Fragen in drei Studien beantworten. In Studie 1 untersuchten wir, wie die Manipulation von körpereigenen Signalen durch Kompression des Oberkörpers die Genauigkeit und das Wahrnehmung kardialer und gastrischer Signale beeinflussen kann. Darüber hinaus untersuchten wir den kausalen Effekt der interozeptiven Verarbeitung auf riskante Entscheidungsfindung. Unsere Analyse ergab, dass Körperkompression die Sensibilität für gastrische Sättigung und das Verständnis kardialer Aktivität erhöhen kann. Darüber hinaus sahen wir eine direkte Assoziation zwischen erhöhter Sensibilität für gastrische Sättigung und riskante Entscheidungsfindung, wenn der Körper komprimiert wurde.
In Studie 2 wollten wir untersuchen, ob eine Gewichtsabnahme bei Fettleibigkeit mit einer Verbesserung der interozeptiven Verarbeitung einhergeht. Patienten mit Klasse-III-Fettleibigkeit, die an einer diätetischen Gewichtsabnahmeintervention in einer Tagesklinik teilnahmen, gaben während ihrer Intervention Bewertungen der Interozeption und der kognitiven Kontrolle ab. Wir haben festgestellt, dass Gewichtsverlust keine Verbesserung der Interozeption vorhersagt. Wir stellten jedoch fest, dass individuelle Unterschiede in der Interozeption vor der Intervention den Erfolg der Gewichtsabnahme vorhersagten. Darüber hinaus stellten wir fest, dass die kognitive Kontrolle diese Assoziation moderierte, indem sie die negative Auswirkung der interozeptiven Sensibilität auf die Gewichtsabnahme verringerte und die positive Auswirkung der Sensibilität für Magenfülle auf die Gewichtsabnahme erhöhte.
In Studie 3 untersuchten wir Assoziationen zwischen interozeptiven Sensibilität und Schmerzempfindlichkeit sowie deren Auswirkungen auf Nahrungsmittelpräferenzen und Nahrungsaufnahme in einer Längsschnittstudie online. Wir stellten fest, dass eine erhöhte interozeptive Sensibilität mit einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit einhergeht, und dass sie gemeinsam eine höhere Präferenz für Süße sowie eine höhere Aufnahme von Zucker vorhersagen. Darüber hinaus sagten Schmerzempfindlichkeit und Zuckeraufnahme eine höhere Körpermasse voraus.
Zusammen tragen diese Studien zum aktuellen Verständnis bei, wie Interozeption das Verhalten steuert, und die Ergebnisse könnten dazu beitragen, klinische Interventionen bei Essstörungen und Adipositas zu optimieren.