Bornean orangutans (Pongo pygmaeus) are critically endangered. Wild populations are threatened by habitat loss and fragmentation, hunting, poaching and human conflict. Diseases affecting wild populations might be another threat to the survival of orangutan populations. Studying diseases in free-living wild orangutans is challenging. Wild orangutans at Rescue and Rehabilitation Centres (RRCs) provide a unique opportunity to study pathogens and diseases. This study, which spans over a decade of observations, conducted in a population of wild orangutans undergoing rehabilitation at an RRC in West Kalimantan, Borneo, evaluates health impacts as well as epidemiological characteristics of orangutan malaria caused by Plasmodium pitheci, a malaria pathogen that uses the orangutan as (one of) its natural hosts. The study findings confirm the stable endemic presence of P. pitheci in this RRC and the onset of moderate to severe illness in 14% of infected orangutans. This study suggests diagnostic criteria and treatment of acute malaria illness, and has investigated aspects of malaria natural immunity in orangutans. The findings of this study, contrary to the conventional view of natural P. pitheci infection as benign and inconsequential to the health of orangutans, support the hypothesis that P. pitheci parasites might cause malignant infections and can be pathogenic in orangutans as their natural host. The findings also provide evidence supporting the existence of a natural non-sterilising immunity that affects malaria outcomes in orangutans resembling that in humans, which is influenced by age and exposure. Interruption of natural exposure might impair protection from serious illness. Orangutan malaria did not infect humans despite prolonged high risk of exposure among IAR RRC staff. P. pitheci might pose an endemic threat to the health of orangutans in rescue and rehabilitation settings, as may also occur in the wild. This study reports possibly the first malaria fatality recorded in a wild orangutan, providing evidence to support the hypothesis that Plasmodium spp. infections might cause detrimental health effects in wild populations. Change in behaviour of orangutans at RRCs or in disturbed/human-modified habitats might facilitate or inhibit vector exposure and malaria transmission, affecting malaria susceptibility, morbidity and mortality, and increasing the risk of potential detrimental health effects from malaria infection. Other factors include stress (e.g. nutritional stress; competition stress) immunocompromising the host, or extrinsic factors (such as ecological and climatic factors) that increase parasite exposure surpassing the effectiveness of the immunity system in the host. Climate change might also have negative effects in the seasonality of fruit availability as well as in the seasonality of diseases such as malaria. Conservation strategies for orangutan populations at RRCs as well as free-roaming populations should include consideration of vulnerability to P. pitheci (and perhaps other Plasmodium species).
Borneo-Orang-Utans (Pongo pygmaeus) sind vom Aussterben bedroht. Die wildlebenden Populationen sind durch Verlust und Zerstörung ihres Lebensraums, durch Jagd und Wilderei sowie menschliche Konflikte bedroht. Auch Krankheiten, die wildlebende Populationen befallen, könnten das Überleben der Orang-Utans gefährden. Die Untersuchung von Krankheiten bei freilebenden Orang-Utans ist eine Herausforderung. Wildlebende Orang-Utans in Rettungs- und Rehabilitationszentren (sog. RRCs) bieten eine einzigartige Gelegenheit zur Untersuchung von Krankheitserregern und Krankheiten. Diese Studie, die sich über mehr als ein Jahrzehnt erstreckt, wurde an einer Population von wildlebenden Orang-Utans durchgeführt, die in einem RRC in Westkalimantan, Borneo, rehabilitiert werden. Sie bewertet die gesundheitlichen Auswirkungen sowie die epidemiologischen Merkmale der Orang-Utan-Malaria, welche durch Plasmodium pitheci verursacht wird – einen Malariaerreger, der den Orang-Utan als (einen) seiner natürlichen Wirte nutzt. Die Ergebnisse der Studie bestätigen das stabile endemische Vorkommen von P. pitheci im RRC und das Auftreten einer mittelschweren bis schweren Erkrankung bei 14 % der infizierten Orang-Utans. Die Studie liefert Diagnosekriterien und Empfehlungen zur Behandlung einer akuten Malariaerkrankung und beinhaltet ferner eine Untersuchung von Aspekten der natürlichen Immunität gegen Malaria bei Orang-Utans. Die Studienergebnisse stehen im Gegensatz zur herkömmlichen Auffassung, dass eine natürliche Infektion mit P. pitheci gutartig und für die Gesundheit von Orang-Utans unbedeutend sei. Gar stützen sie die Hypothese, dass P. pitheci-Parasiten möglicherweise bösartige Infektionen verursachen und bei Orang-Utans als natürlichem Wirt pathogen sein könnten. Die Ergebnisse belegen auch die Existenz einer natürlichen, nicht sterilisierenden Immunität, die sich bei Orang-Utans auf den Verlauf der Malaria auswirkt und von Alter und Exposition beeinflusst wird, ähnlich wie es beim Menschen der Fall ist. Eine Unterbrechung der natürlichen Exposition könnte den Schutz vor schweren Erkrankungen beeinträchtigen. Trotz des anhaltend hohen Expositionsrisikos für die Belegschaft in den RRC der internationalen Tierrettungsorganisation IAR wurden keine Infektionen von Orang-Utan-Malaria am Menschen festgestellt. Folglich könnte P. pitheci eine endemische Bedrohung für die Gesundheit von Orang-Utans in Rettungs- und Rehabilitationseinrichtungen darstellen, und womöglich auch in der Wildnis. Die Studie berichtet über den möglicherweise ersten Malaria-Todesfall bei einem wildlebenden Orang-Utan und stützt damit die Hypothese, dass Infektionen mit Plasmodium spp. schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Wildpopulationen haben könnten. Verhaltensänderungen von Orang-Utans in den RRCs oder in ihren vom Menschen veränderten Lebensräumen könnten die Exposition gegenüber Vektoren und die Übertragung von Malaria erleichtern oder hemmen, was sich auf die Anfälligkeit für Malaria, die Morbidität und Mortalität auswirkt sowie das Risiko potenziell schädlicher gesundheitlicher Auswirkungen einer Malariainfektion erhöht. Andere Faktoren wie Stress (z. B. Ernährungsstress, Wettbewerbsstress) schwächen das Immunsystem des Wirts. Extrinsische Faktoren (z. B. ökologische und klimatische Faktoren) erhöhen die Parasitenbelastung und übersteigen die Wirksamkeit des Immunsystems des Wirts. Der Klimawandel könnte auch negative Auswirkungen auf die saisonale Verfügbarkeit von Früchten sowie auf die Saisonalität von Krankheiten wie Malaria haben. Strategien zur Erhaltung von Orang-Utan-Populationen in den RRCs sowie freilebenden Populationen sollten die Anfälligkeit für P. pitheci (und möglicherweise andere Plasmodium-Arten) berücksichtigen.