Einleitung: Die vorliegende Untersuchung zielte darauf ab, den Einfluss verschiedener Faktoren – des verwendeten Druckmaterials, des gewählten Aufbauwinkels und der Anwendung künstlicher Alterungsprozesse – auf die Genauigkeit von mit SLA- und DLP-Techniken gefertigten okklusalen Schienen zu bewerten und diese mit den durch Fräsen hergestellten zu vergleichen.
Methodik: Es wurden 192 okklusale Schienen hergestellt, wobei das sowohl das SLA-Verfahren als auch zwei verschiedene DLP-Verfahren zum Einsatz kamen. Diese wurden in fünf unterschiedlichen Aufbauwinkeln gedruckt und zusätzlich mittels Fräsen produziert. Für die SLA-Herstellung wurde das Material "Dental LT Clear" von Formlabs verwendet. Bei den DLP-Verfahren kamen die Materialien "V-splint print" von VOCO und "Luxaprint Ortho Plus" zum Einsatz. Zur Bewertung der Fertigungsgenauigkeit wurden die Schienen gescannt und mit den Original-CAD-Daten sowie untereinander verglichen. Die Proben wurden zunächst 24 Stunden in destilliertem Wasser gelagert und anschließend einem Thermozyklierungsprozess unterzogen, der 1000 Zyklen umfasste. Dieser Zyklus bestand aus abwechselndem Eintauchen in warmes (55 °C) und kaltes Wasser (5 °C) für jeweils 30 Sekunden. Nach diesem Alterungsprozess wurde eine weitere Scanreihe durchgeführt, um erneut die Genauigkeit zu messen und die Ergebnisse vor und nach der Alterung zu vergleichen.
Ergebnisse: Eine statistische Analyse mittels Two-Way-ANOVA bestätigte signifikante Einflüsse der Herstellungsmethodik, des Aufbauwinkels und des Alterungsprozesses. Es zeigte sich, dass traditionell subtraktiv hergestellte Schienen eine höhere Genauigkeit aufwiesen als die, die mittels 3D-Druckverfahren produziert wurden. Unter den additiven Verfahren erreichten die durch DLP-Technik hergestellten Schienen bessere Genauigkeitswerte als die SLA-produzierten. Ein signifikanter Einfluss der künstlichen Alterung wurde nur bei SLA-gedruckten Schienen in Bezug auf deren Dimensionsstabilität festgestellt.
Schlussfolgerung: Die durchgeführte Studie liefert Einblicke in die Leistungsfähigkeit verschiedener Herstellungstechniken für okklusale Schienen. Die Untersuchung verdeutlicht, dass traditionelle subtraktive Fertigungsverfahren überlegen sind, wenn es um die Genauigkeit von Schienen geht. Im Vergleich dazu zeigte sich bei den additiven Fertigungsverfahren eine variierende Genauigkeit, wobei die DLP-Technologie unter Verwendung von spezifischen Materialien wie "Luxaprint Ortho Plus" und "V-splint print" generell bessere Ergebnisse in Bezug auf die Genauigkeit lieferte als die SLA-Technologie mit "Dental LT Clear". Dies unterstreicht die Bedeutung der Materialauswahl sowie des gewählten Druckverfahrens für die Qualitätsparameter. Die Studie zeigte auf, dass die SLA-Technologie besonders empfindlich auf künstliche Alterung reagiert, was sich in einer signifikanten Verschlechterung der Dimensionsstabilität zeigte. Dies ist ein wichtiger Aspekt für Langzeitnutzung und Haltbarkeit.
Introduction: This study aimed to evaluate the impact of various factors – such as the type of printing material used, build angle and the application of artificial aging processes – on the accuracy of occlusal splints fabricated using SLA and DLP techniques, and to compare these with those produced by traditional milling methods. Methods: A total of 192 occlusal splints were manufactured, utilizing one SLA technique and two different DLP techniques. These were printed in five distinct build angles and produced using milling methods. The SLA fabrication employed "Dental LT Clear" material from Formlabs. For the DLP processes, "V-splint print" from VOCO and "Luxaprint Ortho Plus" were used. To assess the manufacturing trueness and precision, the splints were scanned and compared with their original CAD data and among each other. The samples were initially stored in distilled water for 24 hours and then subjected to a thermocycling process that included 1000 cycles. This cycle consisted of alternating immersion in warm (55°C) and cold water (5°C) for 30 seconds each. Following this aging process, a further series of scans was conducted to reevaluate the trueness and precision and to compare the results before and after aging. Results: Statistical analysis using Two-Way ANOVA confirmed significant effects of the manufacturing method, build angle, and aging process. It was generally observed that traditionally subtractively manufactured splints were more accurate than those produced using 3D printing techniques. Among the additive methods, splints produced using DLP technology consistently showed better accuracy than those produced using SLA. In terms of precision, subtractive manufacturing surpassed additive manufacturing. A significant impact of artificial aging was observed solely on the SLA-printed splints concerning their dimensional stability. Conclusion: The conducted study provides crucial insights into the performance of different manufacturing techniques for occlusal splints. The findings illustrate that traditional subtractive manufacturing methods are still superior in terms of splint accuracy. In contrast, the accuracy of additive manufacturing methods varied, with DLP technology, particularly when using specific materials such as "Luxaprint Ortho Plus" and "V-splint print," generally yielding better accuracy results than the SLA technology using "Dental LT Clear." This underscores the importance of material selection and the chosen printing technique on quality parameters. Moreover, the study highlighted that SLA technology is particularly sensitive to the process of artificial aging, which manifested in a significant deterioration of dimensional stability. This is an important aspect for the long-term use and durability of such splints.