Hintergrund: Schlafstörungen sind bei Personen mit Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) ein häufiges Symptom, das sowohl zur Entstehung als auch zur Aufrechterhaltung der PTSB beiträgt und bei den Betroffenen mit erheblichem Leidensdruck assoziiert ist. Sport ist ein vielversprechender Ansatz zur Behandlung von Schlafstörungen und PTBS-Symptomen. Das Hochintensive Intervalltraining (HIIT) hat sich in der Behandlung von Angstsymptomen und Hyperarousal als erfolgreich erwiesen. Die Wirksamkeit von HIIT bei Schlafstörungen im Zusammenhang mit PTBS ist bislang nur unzureichend erforscht. Die vorliegende Studie testet die Hypothese, dass HIIT bei Personen mit PTBS, Schlaf wirksamer verbessert als ein Training niedriger bis moderater Intensität (LIT). Methode: in einer randomisiert kontrollierten Studie wurden 40 Personen mit einer PTBS- Diagnose entweder einem HII-Training oder einer Kontrollgruppe (LIT) zugeteilt. Die Sportinterventionen erfolgten jeden zweiten Tag innerhalb eines 12-tägigen Zeitraums. Dabei fand das HII-Training auf einem Fahrradergometer statt. LIT bestand aus einfa- chen Dehn- und Bewegungsübungen. Die Schlafqualität wurde über einen Zeitraum von 24 Tagen von Baseline bis Post mit dem Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI), einem Schlaftagebuch und einem Aktigraphen erfasst. Ergebnisse: Bei dem Vergleich des Schlaftagebuchs mit den Aktigraphendaten zeigt sich, dass die Teilnehmenden die Anzahl und Dauer des nächtlichen Erwachens geringer ein- schätzten. Unabhängig von der Gruppenzugehörigkeit kam es in beiden Gruppen über die Messzeitpunkte zu einer signifikanten Verbesserung des PSQI-Gesamtwertes um 2,28 Punkte für HIIT und 1,70 Punkte für LIT (d=0,56 für HIIT und 0,49 für LIT). In den Schlaftagebuch- und Aktigraphendaten zeigte sich keine statistisch signifikante Verände- rung über die Messzeitpunkte. Die Analyse einer Teilstichprobe von Personen mit klinisch relevanten Schlafstörungen (n=24) ergab einen signifikanten Zeiteffekt: der PSQI verbesserte sich um 2,65 Punkte bei HIIT und um 2,89 Punkte bei LIT (d=0,53 für HIIT; d=0,88 für LIT) und die Aktigraphie Messung Dauer nächtlichen Erwachens verbesserte sich in der Teilstichprobe um 14,39 Minuten in der HIIT-Gruppe und um 6,96 Minuten in der LIT-Gruppe (d=0,47 für HIIT; 0,11 für LIT). Der Vergleich zwischen HIIT und LIT zeigte weder in der Gesamt- noch in der Teilstichprobe einen signifikanten Gruppenunterschied im zeitlichen Verlauf der subjektiven und objektiven Schlafparameter. Schlussfolgerung: Die Hypothese, dass HIIT Schlaf wirksamer verbessert als LIT konnte nicht bestätigt werden. Obwohl HIIT in unserer Stichprobe LIT nicht überlegen war, sprechen die Ergebnisse dafür, dass Bewegung positive Auswirkungen auf klinisch bedeutsame Schlafstörungen im Zusammenhang mit PTBS haben kann. Bewegungsbasierte Interventionen könnten eine sinnvolle Ergänzung zu bereits etablierten Behandlungen sein, da es sich um risikoarme und kostengünstige Interventionen handelt.
Background: sleep disorders are a common symptom in people with post-traumatic stress disorder (PTSD), contributing to both the development and maintenance of PTSD and causing considerable distress for those affected. Some people diagnosed with PTSD only insufficiently benefit from existing treatments. Exercise has been found to be a promising approach in treating sleep disorders and PTSD symptoms. Preliminary data suggests that high-intensity interval training (HIIT) can be successful in the treatment of anxiety and hyperarousal. The effectiveness of HIIT for sleep disorders associated with PTSD has not yet been sufficiently researched. Method: In a randomized controlled trial, 40 people diagnosed with PTSD were randomly assigned to either HIIT or a control group consisting of low-intensity training (LIT). Both exercise interventions took place every second day within a 12-day period. HIIT was implemented on a bicycle ergometer. LIT consisted of stretching and simple movement exercises. Over a period of 24 days Sleep quality was recorded from baseline to post using the Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI), a sleep log and an actigraph, worn around the waist. Results: A comparison of the sleep log with actigraphy data revealed that subjective ratings of duration and number of nocturnal awakenings were significantly lower. Regardless of group allocation, there was a significant improvement in the overall PSQI score (Cohen's d=0.56 for HIIT and 0.49 for LIT) in both groups from baseline to post. The sleeplog as well as the objective measurement of sleep quality using the actigraph showed no change from baseline to post. Analysis of a subsample of individuals with clinically significant sleep disturbances (n=24) revealed a significant time effect for the PSQI global score (Cohen's d=0.53 for HIIT; 0.88 for LIT) and for actigraphy measures of duration of nocturnal awakenings (Cohen's d=0.47 for HIIT; 0.11 for LIT), regardless of group allocation. Conclusion: Although HIIT was not superior to LIT in our sample, the results suggest that exercise may have positive effects on clinically significant sleep disturbances associated with PTSD. Exercise-based interventions may be a useful adjunct to established treat- ments as they are low-risk and cost-effective interventions.