This dissertation consists of four independent chapters that contribute to the literature of labor and public economics. Institutions influence the labor market outcomes and redistribution of incomes, ultimately shaping the income distributions we observe today. The first chapter focuses on the legal framework for migrants on the German labor market and highlights the differences between two groups of foreign workers: citizens of EU member states and citizens of third countries. Germany’s institutions favor EU citizens in terms of mobility, leading to higher wages and higher unemployment. The second and third chapter take a broader perspective on the entire German population and how the earnings dynamics and income inequalities differ between birth cohorts – including welfare implications. The final chapter examines the German tax and transfer system and its implicit welfare weights along the income distribution. Chapter 1 examines the difference in mobility on the German labor market for citizens of EU member states and third countries and its consequences. Immigrants from non-EU countries face considerably higher barriers. I develop a wage posting model to illustrate the underlying mechanisms and provide reduced-form evidence of the causal effects of EU citizenship on labor market outcomes. I exploit the 2004 enlargement of the European Union, which granted EU status to immigrants from ten Eastern European countries residing in Germany. Using a difference-in-differences framework as well as an event-study and rich administrative data from the Sample of Integrated Labour Market Biographies (SIAB), I compare the labor market trajectories of this group before and after enlargement with those of non-EU immigrants who did not benefit from such a change in legal status. The results show that EU citizenship increases wages while unemployment rates increase. These effects are persistent over time. Chapter 2 puts a spotlight on the earnings dynamics of different birth cohorts in Germany. Women born later experience greater earnings growth volatility at given ages than older cohorts. This implies a welfare loss due to increased earnings risk. However, German registry data for the years 2001-2016 reveal a moderation in higher-order earnings risk: Men and women born later face higher skewness in earnings changes, indicating fewer large decreases than increases, and lower kurtosis at younger ages, implying fewer large earnings changes. These trends point at a welfare increase and remain true for 5-year earnings changes, which are more reflective of persistent changes. During the Great Recession, males' skewness dropped sharply; younger women were unaffected. Chapter 3 examines the welfare effects of changes in real income distributions between German birth cohorts. We calculate the relative income increase at every income level of the cohort born earlier necessary to make a person behind the veil of ignorance indifferent between being born into either cohort. With relatively low risk aversion, individuals born in the 1970s are on average better off with respect to labor earnings than those born in the 1960s and individuals born in the 1980s enjoy higher welfare than those born in the 1970s. At higher levels of risk aversion, the welfare gain diminishes, implying that increased earnings inequality offset much of the gain of increased average earnings. However, redistribution through households and the welfare state cushioned much of the increase in inequality. Focusing on post-government household income instead of individual labor earnings, for both women and men, the proportional income increase for the earlier cohort for someone to be indifferent between being born in the earlier or the later cohort is substantially larger, especially at higher degrees of relative risk aversion. Chapter 4 investigates the question: How much does society value redistribution? The common method to derive inverse-optimum welfare weights is by inverting an optimal-tax model. Our alternative imposes fewer restrictions on labor supply and enables comparisons across household types. We use a structural labor supply model to calculate the marginal value of public funds for various small tax reductions, directly linked to welfare weights. An application to Germany finds: i) The tax-transfer system is optimal if society values one additional Euro for the bottom decile three times as much as for the median. ii) At low-medium incomes, weights for couples exceed those for singles substantially.
Diese Dissertation besteht aus vier unabhängigen Kapiteln, die einen Beitrag zur Literatur der Arbeitsmarktökonomie und der öffentlichen Finanzen leisten. Institutionen beeinflussen die Arbeitsmarktergebnisse und die Umverteilung von Einkommen und prägen letztlich die Einkommensverteilungen, die wir heute beobachten. Das erste Kapitel befasst sich mit dem rechtlichen Rahmen für Migranten auf dem deutschen Arbeitsmarkt und hebt die Unterschiede zwischen zwei Gruppen von ausländischen Arbeitskräften hervor: Bürger von EU-Mitgliedstaaten und Bürger von Drittstaaten. Die deutschen Institutionen begünstigen EU-Bürger in Bezug auf Mobilität, was zu höheren Löhnen, aber auch höherer Arbeitslosigkeit führt. Das zweite und dritte Kapitel nehmen eine breitere Perspektive auf die gesamte deutsche Bevölkerung ein und untersuchen, wie sich Verdienstentwicklungen und Einkommensungleichheiten zwischen Geburtskohorten unterscheiden – einschließlich ihrer Wohlfahrtsimplikationen. Das letzte Kapitel analysiert das deutsche Steuer- und Transfersystem und seine impliziten Wohlfahrtsgewichte entlang der Einkommensverteilung. Kapitel 1 untersucht die Unterschiede in der Arbeitsmarktmobilität zwischen Bürgern von EU-Mitgliedstaaten und Drittstaaten sowie deren Konsequenzen. Einwanderer aus Nicht-EU-Ländern stehen vor deutlich höheren Hürden. Ich entwickle ein Lohnangebotsmodell, um die zugrunde liegenden Mechanismen zu veranschaulichen, und präsentiere Schätzungen in reduzierter Form von kausalen Effekten der EU-Staatsbürgerschaft auf Arbeitsmarktergebnisse. Dabei nutze ich die EU-Erweiterung des Jahres 2004, die Einwanderern aus zehn osteuropäischen Ländern, die in Deutschland lebten, den EU-Status verlieh. Mit einem Differenz-von-Differenzen-Ansatz sowie einer Ereignisstudie und unter Verwendung von administrativen Daten aus der Stichprobe der Integrierten Arbeitsmarktbiografien (SIAB) vergleiche ich die Arbeitsmarktverläufe dieser Gruppe vor und nach der Erweiterung mit denen von Nicht-EU-Einwanderern, die nicht von einer solchen Statusänderung profitierten. Die Ergebnisse zeigen, dass die EU-Staatsbürgerschaft die Löhne erhöht, jedoch auch die Arbeitslosigkeit steigen lässt. Diese Effekte bleiben langfristig bestehen. Kapitel 2 richtet den Fokus auf die Einkommensdynamik unterschiedlicher Geburtskohorten in Deutschland. Frauen späterer Jahrgänge erfahren im gleichen Alter eine größere Schwankungsbreite im Einkommenswachstum als ältere Kohorten. Dies impliziert einen Wohlfahrtsverlust aufgrund eines höheren Einkommensrisikos. Allerdings zeigen deutsche Registerdaten für die Jahre 2001 bis 2016 eine Abschwächung von Einkommensrisiken höherer Ordnung: Männer und Frauen späterer Jahrgänge haben bei Einkommensänderungen eine höhere Schiefe, die weniger große Einkommensgefälle als -anstiege anzeigt, und in jüngeren Jahren eine geringere Wölbung, die weniger extreme Einkommensänderungen impliziert. Diese Trends deuten auf einen Wohlfahrtsgewinn hin und gelten auch für Einkommensänderungen über fünf Jahre, die eher persistente Veränderungen widerspiegeln. Während der Finanzkrise sank die Schiefe für Männer stark; junge Frauen blieben weitgehend unbeeinflusst. Kapitel 3 analysiert die Wohlfahrtseffekte von Veränderungen in den realen Einkommensverteilungen zwischen deutschen Geburtskohorten. Wir berechnen den relativen Einkommensanstieg auf jedem Einkommensniveau der älteren Kohorte, der erforderlich wäre, um eine Person hinter einem Schleier des Nichtwissens indifferent zwischen einer Geburt in der früheren oder in der späteren Kohorte zu machen. Bei relativ geringer Risikoaversion sind Personen, die in den 1970er-Jahren geboren wurden, im Durchschnitt besser gestellt als jene, die in den 1960er-Jahren geboren wurden, und Personen der 1980er-Jahrgänge weisen eine höhere Wohlfahrt auf als die der 1970er-Jahrgänge. Bei höherer Risikoaversion verringert sich der Wohlfahrtsgewinn jedoch, da zunehmende Einkommensungleichheit einen Großteil des Zuwachses aus höheren Durchschnittseinkommen neutralisiert. Umverteilung durch Haushalte und den Wohlfahrtsstaat hat jedoch einen großen Teil der Ungleichheit abgefedert. Betrachtet man statt individueller Arbeitseinkommen die verfügbaren Haushaltseinkommen nach Steuern und Transfers, ergibt sich sowohl für Frauen als auch für Männer, dass der erforderliche Einkommensanstieg der früheren Kohorte deutlich höher ausfällt, insbesondere bei stärkerer Risikoaversion. Kapitel 4 widmet sich der Frage: Wie stark bewertet die Gesellschaft Umverteilung? Das gängige Verfahren, inverse optimale Wohlfahrtsgewichte herzuleiten, besteht darin, ein Optimalsteuermodell umzukehren. Unser alternativer Ansatz unterliegt weniger Restriktionen in Bezug auf das Arbeitsangebot und ermöglicht Vergleiche zwischen Haushaltstypen. Wir nutzen ein strukturelles Arbeitsangebotsmodell, um den marginalen Wert öffentlicher Mittel für verschiedene kleine Steuersenkungen zu berechnen, die direkt mit Wohlfahrtsgewichten verknüpft sind. Eine Anwendung auf Deutschland zeigt: i) Das Steuer- und Transfersystem ist dann optimal, wenn die Gesellschaft einen zusätzlichen Euro für das unterste Dezil dreimal so hoch bewertet wie für den Median. ii) Bei niedrigen bis mittleren Einkommen liegen die Gewichte für Paare deutlich über denen für Alleinstehende.