Racism is a structural force that organizes daily life, shapes access to resources and opportunity, and produces cumulative impacts on health across the life course. Health disparities between racially privileged and racially marginalized groups are not due to innate genetic differences; they emerge through processes that are both chronic and systematic, rooted in long-standing structures of marginalization. Despite growing recognition of racism’s health impacts, research often treats race as a static covariate and fails to interrogate racism as a dynamic, cumulative, and upstream driver of unequal health outcomes—particularly in childhood and adolescence. Few studies examine racism as a structural force that shapes mental health trajectories over time. Even fewer integrate children’s lived experiences of racialization with epigenetic data. These gaps are especially stark in Germany, where historical legacies limit the direct study of racism’s impact on development and health. This cumulative dissertation addresses these gaps by advancing and applying a race-critical biosocial framework. While biosocial approaches are well suited to explore how social conditions shape health, they have often fallen short in addressing the structural dimensions of racism. A race-critical biosocial framework offers tools to trace how racism operates and becomes embodied, shaping children’s and adolescents’ mental health. Three peer-reviewed papers structure and guide this inquiry. Paper 1 advances a race-critical biosocial framework that integrates critical race theory, developmental science, and sociogenomics, with particular attention to Germany’s scientific and sociopolitical context. Paper 2 applies this framework in the German context through communities-based qualitative research with 29 Black families. Focus group findings highlight racism as a chronic, multisite stressor that shapes family health, children’s mental health, identity development, and coping strategies. Paper 3 extends the race-critical biosocial framework to U.S. longitudinal data (N = 4,898; DNA methylation data N = 2,039), operationalizing racism through self-identified race/ethnicity, neighborhood segregation, and skin tone. Findings show that racially marginalized children exhibit higher baseline levels of internalizing and externalizing behaviors in childhood, as well as accelerated epigenetic biological aging during adolescence, with mental health and biological aging progressing in parallel. Together, the three papers provide conceptual, qualitative, and quantitative evidence that racism is a biosocial health risk. It structures children’s environments from birth, becomes embodied through stress-related mechanisms, and contributes to early mental health disparities. The dissertation highlights the urgent need for child-centered, intersectional, and longitudinal measures of racialization in both Germany and the U.S., and calls for co-designed, communities-led biosocial research. By showing how racism “gets under the skin,” it advances a race-critical biosocial agenda for public health and developmental science.
Rassismus ist ein strukturelles Machtverhältnis, welches das tägliche Leben organisiert, den Zugang zu Ressourcen und Chancen bestimmt und kumulative Auswirkungen auf die Gesundheit im Lebensverlauf erzeugt. Gesundheitsunterschiede zwischen rassistisch privilegierten und rassistisch marginalisierten Gruppen beruhen nicht auf angeborenen genetischen Unterschieden; sie entstehen durch Prozesse, die sowohl chronisch als auch systematisch sind und in langanhaltenden Strukturen der Marginalisierung verwurzelt sind. Trotz der wachsenden Anerkennung der gesundheitlichen Auswirkungen von Rassismus behandelt die Forschung „race“ oft als statische Kovariate und versäumt es, Rassismus als dynamischen, kumulativen und strukturellen Treiber ungleicher Gesundheitsverläufe zu analysieren, insbesondere im Kindes- und Jugendalter. Nur wenige Studien untersuchen Rassismus als strukturelles Machtverhältnis, das psychische Gesundheitsverläufe über die Zeit prägt. Noch weniger integrieren die gelebten Erfahrungen rassistisch marginalisierter Kinder mit epigenetischen Daten. Diese Forschungslücken sind besonders deutlich in Deutschland, wo historische Prägungen eine direkte Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von Rassismus auf Entwicklung und Gesundheit erschweren. Diese kumulative Dissertation adressiert diese Lücken, indem sie ein rassismus-kritisches biosoziales Rahmenkonzept weiterentwickelt und anwendet. Während biosoziale Ansätze grundsätzlich geeignet sind, um zu erforschen, wie soziale Bedingungen die Gesundheit beeinflussen, vernachlässigen sie häufig die strukturellen Dimensionen von Rassismus. Ein rassismus-kritischer biosozialer Ansatz bietet Werkzeuge, um nachzuvollziehen, wie Rassismus wirkt und verkörpert wird und wie er die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen beeinflusst. Drei peer-reviewte Artikel strukturieren und leiten diese Untersuchung. Artikel 1 entwickelt ein rassismus-kritisches biosoziales Rahmenkonzept, das Critical Race Theory, entwicklungspsychologische Forschung und Soziogenomik integriert, mit besonderem Fokus auf den wissenschaftlichen und sozio-politischen Kontext in Deutschland. Artikel 2 wendet dieses Rahmenkonzept auf den deutschen Kontext an und erhebt Communities-basierte qualitative Forschung mit 29 Schwarzen Familien. Die Ergebnisse der Fokusgruppen verdeutlichen Rassismus als chronischen, an mehrdimensional wirksamen Stressor, der die Gesundheit von Familien, die psychische Gesundheit von Kindern, Identitätsentwicklung und Bewältigungsstrategien prägt. Artikel 3 erweitert den rassismus-kritischen biosozialen Ansatz auf US-amerikanische Längsschnittdaten (N = 4.898; DNA-Methylierungsdaten N = 2.039) und operationalisiert Rassismus über selbstidentifizierte „race“/ethnische Zugehörigkeit, Nachbarschaftssegregation und Hautfarbe (Colorism). Die Ergebnisse zeigen, dass rassistisch marginalisierte Kinder im Jugendalter höhere Ausprägungen internalisierender und externalisierender Symptome sowie eine beschleunigte epigenetische biologische Alterung aufweisen, wobei sich psychische Gesundheit und biologische Alterung parallel entwickeln. Zusammen liefern die drei Artikel konzeptionelle, qualitative und quantitative Belege dafür, dass Rassismus ein biosoziales Gesundheitsrisiko darstellt. Er strukturiert von Geburt an die Lebensumwelten von Kindern, wird durch stressbezogene Mechanismen verkörpert und trägt zu frühen psychischen Gesundheitsungleichheiten bei. Die vorliegende Dissertation betont die Dringlichkeit, kindzentrierte, intersektionale und longitudinale Erhebungsansätze zu Prozessen der Rassifizierung sowohl in Deutschland als auch in den USA weiterzuentwickeln und fordert eine von Communities-geführte, ko-konstruktive biosoziale Forschung. Indem sie aufzeigt, wie Rassismus „unter die Haut geht“, leistet sie einen Beitrag zur Weiterentwicklung einer rassismus-kritischen biosozialen Agenda in der Gesundheits- und Entwicklungsforschung.