Hintergrund und Ziel: Lebensstilinterventionen haben sich bei der Entstehung von Prädiabetes und Diabetes mellitus Typ 2 als wirksame Präventionsmaßnahme erwiesen und stellen einen relevanten Untersuchungsgegenstand aktueller Studien dar. Dabei konnte noch nicht eindeutig geklärt werden, ob für die Beseitigung des Prädiabetes eine low-carb- oder eine low-fat-Ernährungsintervention eine effektivere Maßnahme darstellt. Zusätzlich konnte in vergangenen Untersuchungen ein saisonaler Einfluss auf anthropometrische und metabolische Parameter von Studienteilnehmer*innen beschrieben werden. Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, den Einfluss von saisonalen Effekten auf die anthropometrischen und metabolischen Parameter von verschiedenen Ernährungsweisen (low-carb und low-fat) bei Patient*innen mit high-risk-Prädiabetes zu untersuchen.
Methoden: Für die Arbeit wurden die Daten der DiNA-P-Studie (Diabetes-Nutrition-Algorithmen-Prädiabetes) von 245 Prädiabetiker*innen ausgewertet, die ein hohes Risiko hat-ten, an Diabetes zu erkranken. Die Studienteilnehmer*innen wurden einer low-carb- oder low-fat-Gruppe zugeordnet, die post-hoc in jeweils vier Jahresphasen aufgeteilt wurden, abhängig davon in welchem Monat der Studieneinschluss stattfand. Sowohl vor als auch nach der einjährigen Ernährungsintervention wurden bei den Studienteilnehmer*innen die anthropometrischen und metabolischen Parameter untersucht. Diese Arbeit setzt jedoch den Fokus auf die ersten drei Wochen der Ernährungsintervention, in der die Proband*innen die Vorgaben einer besonders strengen, hypokalorischen Diätphase mit 1.200-1.500 kcal erhielten.
Ergebnisse: Sowohl in der lcG (low-carb-Ernährungsinterventionsgruppe) als auch in der lfG (low-fat-Ernährungsinterventionsgruppe) konnten die Proband*innen deutliche Verbesserungen innerhalb der drei Wochen bezüglich verschiedener Parameter erzielen. Hervorzuheben sind an dieser Stelle das Körpergewicht, BMI (Body Mass Index), FLI (Fatty-Liver-Index), IHL (Intra-hepatisches Lipid), gesamtes- und viszerales Fett, Nüchtern-Insulinkonzentration, HOMAIR, Triglyceride und LDL-Cholesterin, da diese innerhalb aller acht Subgruppen nach drei Wochen Studienteilnahme signifikant reduziert werden konnten. Beide Diätgruppen weisen eine Verbesserung des Körpergewichts auf, wobei die lcG das Körpergewicht insgesamt stärker reduzieren konnte als die lfG.
Schlussfolgerung: Insgesamt konnte gezeigt werden, dass sich die dreiwöchigen Ernährungsin-terventionen low-carb und low-fat günstig auf die Risikofaktoren bei Prädiabetes auswirken. Es konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Ernährungsinterventionsgruppen aus-schließlich durch den Einschluss in eine bestimmte Saisonphase erfasst werden. Trotzdem kann eine saisonale Schwankung der Änderungen einiger anthropometrischer und glykämischer Pa-rameter in beiden Diätgruppen beobachtet werden.
Background and aim: Lifestyle interventions have proven to be an effective preventive measure in the development of prediabetes and type 2 diabetes mellitus and are a relevant object of investigation in current studies. It has not yet been clearly established whether a low-carb or a low-fat dietary intervention is a more effective measure for the elimination of prediabetes. In addition, past studies have described a seasonal influence on anthropometric and metabolic pa-rameters of study participants. The aim of the present study is to investigate the influence of seasonal effects on anthropometric and metabolic parameters of different diets (low-carb and low-fat) in patients with high-risk prediabetes.
Methods: For the study, data from the DiNA-P study (Diabetes-Nutrition-Algorithms-Prediabetes) of 245 prediabetics who were at high risk of developing diabetes were analysed. The study participants were assigned to a low-carb or low-fat group, which were post-hoc di-vided into four year phases, depending on the month of study inclusion. Anthropometric and metabolic parameters were assessed both before and after the one-year dietary intervention. However, this study focuses on the first three weeks of the nutritional intervention, during which the participants were given a particularly strict, hypocaloric diet phase with 1,200-1,500 kcal.
Results: Both in the lcG (low-carb nutrition intervention group) and in the lfG (low-fat nutrition intervention group), the subjects were able to achieve significant improvements within the three weeks with regard to various parameters. Of particular note are body weight, BMI (Body Mass Index), FLI (Fatty Liver Index), IHL (Intrahepatic Lipid), total and visceral fat, fasting insulin concentration, HOMAIR, triglycerides and LDL cholesterol, as these could be significantly re-duced within all eight subgroups after three weeks of participation in the study. Both diet groups showed an improvement in body weight, whereby the lcG was able to reduce body weight more than the lfG.
Conclusion: Overall, the three-week low-carb and low-fat dietary interventions were shown to have a beneficial effect on risk factors for prediabetes. No significant differences between the dietary intervention groups could be detected solely by inclusion in a specific seasonal phase. Nevertheless, a seasonal variation in the changes of some anthropometric and glycaemic parameters can be observed in both diet groups.