Der kardiogene Schock ist trotz moderner Therapieverfahren, wie mechanischer Kreislaufunterstützung, weiterhin mit einer hohen Mortalität assoziiert. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, strukturierte Konzepte zur Risikostratifizierung, Therapieallokation und Behandlungsoptimierung zu evaluieren und deren Einfluss auf das klinische Outcome zu untersuchen. Zunächst konnte die SCAI-Klassifikation in einer großen herzchirurgischen Kohorte als valides Instrument zur prognostischen Einschätzung bestätigt werden und bildete die Grundlage für die Implementierung einer ätiologieunabhängigen, standardisierten Behandlungsstrategie. Nach Einführung einer überarbeiteten Standard Operating Procedure mit klar definierten Allokationskriterien für den Einsatz temporärer mechanischer Kreislaufunterstützungsverfahren zeigte sich eine signifikante Verbesserung der Überlebenswahrscheinlichkeit. Über die initiale Therapieentscheidung hinaus adressiert diese Arbeit die Bedeutung der Behandlungsphase unter mechanischer Kreislaufunterstützung, einschließlich der Rolle inflammatorischer Prozesse sowie therapieassoziierter Komplikationen. Dabei konnte gezeigt werden, dass Komplikationen einen wesentlichen Einfluss auf das Outcome haben und dass strukturierte technische und klinische Behandlungskonzepte zur Risikoreduktion beitragen. Zusammenfassend unterstreicht diese Arbeit, dass die Prognose des kardiogenen Schocks nicht allein von der Wahl des Unterstützungssystems abhängt, sondern entscheidend durch standardisierte Behandlungspfade mit strukturierter Patientenselektion, optimierter Therapieführung und konsequentem Komplikationsmanagement geprägt wird.