Im Jahr 1972 veröffentlichte eine westdeutsche Rockband namens Dschinn ein neues Album. Die vierköpfige Musikgruppe sollte als Teil der Krautrockbewegung bald wieder in der Versenkung verschwinden. Doch lassen der Bandname, das Artwork des Plattencovers sowie der Musikstil transkulturelle Verflechtungen erkennen, die uns in diesem Beitrag interessieren. Sie verbinden die populäre Kultur der Bundesrepublik sowohl mit der altarabischen Dichtung des 7. Jahrhunderts als auch der frühneuzeitlichen Dämonologie und ihrem Interesse für das Fliegen. Immer wieder taucht dabei das Motiv eines Ritts auf dämonischen Wesen auf, gemeinsam mit einer Beschäftigung mit den Kräften der Imagination. Dass der dämonische Ritt an verschiedenen Orten und Zeiten aufs Neue erscheint, ist kein Zufall, sondern Ausdruck rhizomatischer Verflechtungen.