dc.contributor.author
Spindler, Philipp
dc.date.accessioned
2025-12-12T10:20:46Z
dc.date.available
2025-12-12T10:20:46Z
dc.identifier.uri
https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/50735
dc.identifier.uri
http://dx.doi.org/10.17169/refubium-50462
dc.description.abstract
Die vorliegende Habilitationsarbeit untersucht die Rolle der tiefen Hirnstimulation (THS) bei der Behandlung des Morbus Parkinson und deren potenzielle Anwendung zur
Linderung chronischer Rückenschmerzen, einer häufigen und stark belastenden
Begleiterkrankung bei an Morbus Parkinson erkrankten Patientinnen und
Patienten. Seit der Einführung der THS in den späten 1980er-Jahren hat diese
Methode die Therapie motorischer Symptome des Morbus Parkinson
revoluoniert. Die positve Wirkung der THS auf die Hauptsymptome Rigor,
Tremor und Brady/Akinese ist gut belegt, jedoch bleibt ihre Wirkung auf andere, stark belastende Symptome wie axiale Instabilität, Sprachprobleme und
chronische Rückenschmerzen eingeschränkt und wenig erforscht.
Chronische Rückenschmerzen sind bei Parkinson-Patientinnen und -Patenten
eine häufige, jedoch unterrepräsentierte Komorbidität. Sie stehen in
Zusammenhang mit spinalen Deformitäten wie der Camptocormie und dem
Pisa-Syndrom, deren pathophysiologische Mechanismen nicht vollständig
verstanden sind. In dieser Arbeit wird untersucht, inwiefern die THS durch die
Modulaton neuronaler Netzwerke zur Linderung von Rückenschmerzen
beitragen könnte. Die Erweiterung der Indikation der THS auf Rückenschmerzen
könnte langfristig zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität der
Patientinnen und Patenten führen und eine therapeutische Alternative
gegenüber komplikationsbehafteter Wirbelsäulenoperationen darstellen.
Die Arbeit befasst sich zudem mit den erhöhten Komplikationsraten und
biomechanischen Herausforderungen bei Wirbelsäuleneingriffen an Parkinson-
Patentinnen und -Patienten, die aufgrund ihrer neurodegenerativen Erkrankung
besondere Anforderungen an die operative Therapie stellen. Studien zeigen eine
überdurchschnittlich hohe Komplikatonsrate bei stabilisierenden Eingriffen an
der Wirbelsäule, was eine detaillierte Analyse der Risikofaktoren und eine
angepasste operative Strategie erforderlich macht. Eine neuartige Methode zur
dynamischen, nicht-invasiven Bewertung der biomechanischen Eigenschaften
der Wirbelsäule wird vorgestellt, um mögliche Fehlbelastungen und
Risikofaktoren präziser zu identifizieren und präventive Ansätze zu entwickeln.
Schließlich thematisiert die Arbeit THS-assoziierte Komplikationen,
insbesondere Implantat-assoziierte Infektionen, die ein relevantes Risiko
darstellen. Die Arbeit schlägt optimierte Strategien zur Prävention und
Behandlung dieser Infektionen, einschließlich durch niedrigvirulente Erreger,
vor.
Zusammengefasst bietet diese Habilitationsarbeit neue Einblicke in die
therapeutischen Potenziale und Herausforderungen der THS für die komplexe
Symptomatik des Morbus Parkinson. Die Ergebnisse dieser Arbeit könnten als
Basis für eine Erweiterung der Indikationsfelder der THS und die Entwicklung
interdisziplinärer, individualisierter Behandlungsansätze dienen, um die
Lebensqualität und das Wohlbefinden von Patentinnen und Patienten mit
Morbus Parkinson nachhaltig zu verbessern.
de
dc.rights.uri
http://www.fu-berlin.de/sites/refubium/rechtliches/Nutzungsbedingungen
dc.subject
Deep brain stimulation
en
dc.subject
Parkinson's disease
en
dc.subject
Implant-associated infections
en
dc.subject.ddc
600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften::610 Medizin und Gesundheit::610 Medizin und Gesundheit
dc.title
Tiefe Hirnstimulation und Wirbelsäulengesundheit bei Morbus Parkinson: Biomechanische Dynamiken, therapeutische Ansätze und infektionsbedingte Herausforderungen
dc.contributor.gender
male
dc.contributor.firstReferee
N.N.
dc.contributor.furtherReferee
N.N.
dc.date.accepted
2025-12-08
dc.identifier.urn
urn:nbn:de:kobv:188-refubium-50735-3
refubium.affiliation
Charité - Universitätsmedizin Berlin
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