dc.contributor.author
Holmer, Christoph
dc.date.accessioned
2018-06-07T23:12:14Z
dc.date.available
2014-08-27T07:45:34.622Z
dc.identifier.uri
https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/10181
dc.identifier.uri
http://dx.doi.org/10.17169/refubium-14379
dc.description.abstract
Die chirurgische Resektion von Leber- und Lungentumoren ist das einzige
Therapieverfahren mit gesicherter kurativer Zielsetzung. Allerdings kann nur
eine Minderheit der Patienten einer chirurgischen Therapie zugeführt werden.
Bei In-situ-Ablationsverfahren wie der Laserinduzierte Thermotherapie (LITT)
und der Radiofrequenzablation (RFA) werden Tumoren mit einem nadelförmigen
Applikator punktiert und mittels thermischer Energie in-situ zerstört.
Limitiert wird der sichere klinische Einsatz der Ablationsverfahren bislang
durch die fehlende Kenntnis der Lichtausbreitung im Gewebe, um eine Vorhersage
über das Ausmaß der entstehenden Thermoläsionen zu treffen und die geeigneten
Applikationsparameter für eine vollständige Tumorzerstörung im Vorfeld der
Behandlung festlegen zu können. Ferner ist aus onkologischen Gründen die
Induktion ausreichend großer Läsionen mit vollständiger Tumordestruktion
erforderlich. Ziel dieser Habilitationsarbeit war es daher, den genannten
Limitationen der LITT und RFA durch die experimentelle und klinische
Evaluation neuer Applikationsmodi und Planungsmöglichkeiten an der Leber,
Lunge und Schilddrüse entgegen zu wirken und damit das Spektrum der
Therapiemöglichkeiten auszuweiten. Der erste Schritt bestand in der Evaluation
der optischen Gewebeparameter kolorektaler Lebermetastasen und deren
Primärtumoren im nativen und koagulierten Zustand von Patienten mit einem
synchron hepatisch metastasierten Kolonkarzinom. Trotz gleicher Histologie
zeigten sich keine Übereinstimmungen der optischen Parameter von Primärtumor
und Lebermetastase, was auf eine Modifikation durch die Metastasierung
hindeutet. Ferner kam es infolge der thermischen Gewebekoagulation zu einer
Veränderung der optischen Parameter von Kolonkarzinom- und
Lebermetastasengewebe. Mit diesem Projektteil konnten erstmalig die optischen
Gewebeparameter kolorektaler Lebermetastasen und deren Primätumoren vorgelegt
werden. Die Daten machen deutlich, dass für eine effektive Anwendung der LITT
eine Anpassung der Bestrahlungsparameter mit zunehmender Applikationsdauer
erforderlich ist. Zur Behandlung auch größerer Lebermetastasen wurde im
zweiten Arbeitsschritt eine Optimierung der LITT angestrebt. Hierbei wurde die
LITT in Kombination mit einer Unterbrechung der Leberperfusion hinsichtlich
ihrer Effektivität im Vergleich zur normalen Perfusion bei Patienten mit
irresektablen, hepatischen Metastasen untersucht. Es konnte gezeigt werden,
dass die LITT in Kombination mit einer Perfusionsunterbrechung zu einer
Erhöhung der Läsionsvolumina führt. Bei gleicher Komplikationsrate im
Vergleich zur LITT ohne Perfusionsunterbrechung können auf diesem Wege
bedeutend größere Thermoläsionen erzielt werden. Die geringe Invasivität
machen die In-situ-Ablationsverfahren auch für die Therapie von Tumoren
anderer parenchymatöser Organe, wie der Lunge und der Schilddrüse,
interessant. In einem weiteren Arbeitsschritt wurde die LITT zunächst an der
Lunge evaluiert. Hierbei wurde die an Schweinelungen ex-vivo mittels eines
perkutanen als auch offenen Punktionssystems induzierten Thermoläsionen in
Abhängigkeit der verwendeten Applikationsdauer und -leistung untersucht, um so
den Leistungsbereich für die Induktion möglichst großer Läsionen zu bestimmen.
Es konnten erstmals Daten für eine Dosis-Wirkungs-Beziehung für die LITT an
Lungengewebe gewonnen werden. Sowohl das perkutane als auch das offene
Applikationssystem der LITT induziert reproduzierbare, klinisch relevante
Läsionen in der Lunge. In den letzten hier dargestellten Arbeiten galt es, die
LITT sowie die RFA in Hinblick auf die Größe induzierbarer Läsionen in
Relation zur Applikationsdauer und –leistung an der Schilddrüse zu evaluieren.
Die vorliegenden Arbeiten beschreiben erstmalig die Grundlagen der LITT sowie
der RFA an der Schilddrüse. Es gelang mit beiden Ablationsverfahren
reproduzierbare Thermoläsionen von relevanter Größe in der Schilddrüse zu
induzieren. Zudem wurden beide Ablationsverfahren erstmalig hinsichtlich ihrer
Effektivität miteinander verglichen. Ein Vergleich beider Verfahren ist
hierbei prinzipiell schwierig, da die LITT und RFA auf unterschiedlichen
Technologien mit verschiedenen Energiequellen und –absorptionsraten beruhen.
Es konnte jedoch gezeigt werden, dass in unserem experimentellen Ansatz mit
der LITT größere Läsionsvolumina zu erzielen sind. Wesentlicher Vorteil der
LITT gegenüber der RFA ist hierbei das Fehlen von Impedanzproblemen, zum
Nachteil einer manuell aufwendigeren Punktion. Im Ergebnis konnten wir mit der
in dieser Arbeit erfolgten experimentellen und klinischen Evaluation neuer
Applikationsmodi und Planungsmöglichkeiten Lösungswege aufzeigen, die geeignet
sind, den bisherigen Limitationen im Einsatz der LITT und RFA entgegen zu
wirken. Durch die im Rahmen dieser Arbeit erfolgte Bestimmung der optischen
Gewebeparameter von Lebermetastasen und deren kolorektalen Primärtumoren
wurden die Grundlagen für die Entwicklung und erste Evaluation eines
Dosimetrie-Modells für die LITT an der Leber geschaffen, wodurch es möglich
ist, die Applikationsparameter für eine sichere und vollständige
Tumorzellzerstörung prätherapeutisch zu ermitteln. Die Kombination der LITT
mit einer Unterbrechung der Leberperfusion bietet darüber hinaus die
Möglichkeit, den effektivitätshemmenden Kühleffekten der Leberdurchblutung zu
reduzieren und somit die onkologische Effektivität zu verbessern. Durch die
Untersuchungen zur Dosimetrie der LITT und RFA an der Lunge sowie der
Schilddrüse wurden zudem wesentliche Grundlagen für eine klinische Ausweitung
der In-situ-Ablationsverfahren auf weitere parenchymatöse Organe neben der
Leber geschaffen. Es bedarf jedoch weiterer Untersuchungen, in denen
insbesondere der Einfluss von Perfusion und Ventilation auf die In-situ-
Ablationsverfahren während einer in-vivo-Anwendung evaluiert werden sollten.
de
dc.description.abstract
Surgical resection of hepatic and pulmonary tumors is the only therapy with
proven curative intent. However, only a minority of patients are eligible for
resection. In thermal in situ ablation techniques, such as laser-induced
thermotherapy (LITT) and radiofrequency ablation (RFA), tumors are punctured
with a needle-like applicator and destroyed by thermal energy in-situ. The
safe clinical use of ablation techniques is limited so far by the lack of
knowledge of light propagation in tissue to make a prediction about the extent
of the resulting thermal lesions and to establish the appropriate application
parameters for complete tumor destruction prior to the treatment. Furthermore,
the induction of sufficiently large lesions with complete tumor destruction is
required for oncological reasons. Therefore, the aim of this work was to
counteract the aforementioned limitations of LITT and RFA by experimental and
clinical evaluation of new application modes and planning options to the
liver, lung and thyroid and thus expand the range of treatment options. The
first step consisted in the evaluation of optical properties of colorectal
liver metastases and their primary tumors in native and coagulated state of
patients with colorectal cancer and synchronous liver metastases. Despite
having the same histology, the lack of agreement between primary tumors and
their concomitant liver metastases indicates a modification of optical
behavior through metastasis. Furthermore, thermal coagulation of tissue leads
to changes in the optical properties which are clearly less pronounced in
carcinoma tissue. Optical properties of colorectal liver metastases and their
primary tumors could be presented by this work for the first time. The data
obtained in this study clearly show that an adjustment of the irradiation
parameters is requires with increasing application times for effective
application of LITT. In the second part, optimization of LITT was sought for
treatment of large liver metastases. LITT has been studied in combination with
an interruption of hepatic perfusion in terms of their effectiveness in
comparison to normal perfusion in patients with unresectable hepatic
metastases. It could be shown that combining LITT with blood flow occlusion
leads to a significant increase in lesion size with the same complication rate
compares to LITT without interruption of hepativ perfusion. Low invasiveness
of in situ ablation makes it interesting for the treatment of tumors of other
parenchymatous organs such as lung and thyroid. In a further step, LITT was
evaluated in the lung. Therefore, thermal lesions induced by LITT with a
percutaneous and an open application system in healthy porcine lungs were
evaluated depended of application time and power to determine the output range
for induction of large lesions. Data could be obtained for the first time from
lung tissue for a dose-response relationship for LITT. Both the percutaneous
and the open LITT application system induced reproducible clinically relevant
lesions in the lung. In recent work presented here, LITT and RFA were
evaluated in terms of the size inducible lesions in relation to the duration
of application and performance in thyroid gland. The present works describe
bases of LITT and RFA in thyroid gland for the first time. Both thermal
ablation techniques induce reproducible clinically relevant lesions. In
addition, both ablation procedures were compared in terms of their
effectiveness for the first time. A comparison of the two methods is indeed
very difficult because of the use of different technologies with different
energy sources and the existence of different energy absorption rates. It
could be shown that in our experimental approach larger lesion volumes are
achieved by LITT. Furthermore, a big advantage of LITT is the absence of
impedance problems to the detriment of a more elaborate manually puncture. In
summary, we were able to demonstrate suitable solutions to counteract the
previous limitations of LITT and RFA by experimental and clinical evaluation
of new application modes and planning options in this work. The bases for the
development and first evaluation of a dosimetry model of LITT in the liver
were created by the determination of tissue optical parameters of liver
metastases and their primary colorectal tumors. This makes it possible to
determine the application parameters for safe and complete tumor cell
destruction prior to therapy. The combination of LITT with an interruption of
the hepatic perfusion also offers the possibility of reducing the cooling
effect of hepatic blood flow and thus improve the oncological effectiveness.
Furthermore, essential bases were created for clinical expansion of in situ
ablation therapy on other parenchymatous organs besides the liver by
investigating of dosimetry of LITT and RFA in the lung and thyroid. However,
further studies are necessary in which in particular the influence of
perfusion and ventilation on in situ ablation therapy in vivo should be
evaluated.
en
dc.rights.uri
http://www.fu-berlin.de/sites/refubium/rechtliches/Nutzungsbedingungen
dc.subject.ddc
600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften::610 Medizin und Gesundheit
dc.title
Experimentelle und klinische Untersuchungen zur Therapieplanung und
Effektivitätssteigerung thermischer In-situ-Ablationsverfahren zur Behandlung
von Leber-, Lungen- und Schilddrüsentumoren
dc.contributor.contact
christoph.holmer@charite.de
dc.contributor.firstReferee
Prof. Dr. med. Norbert Hosten
dc.contributor.furtherReferee
Prof. Dr. med. Thomas Becker
dc.date.accepted
2014-07-14
dc.identifier.urn
urn:nbn:de:kobv:188-fudissthesis000000097398-9
dc.title.translated
Experimental and clinical studies for therapy planning and effectiveness of
thermal in-situ ablation for the treatment of liver, lung and thyroid tumors
en
refubium.affiliation
Charité - Universitätsmedizin Berlin
de
refubium.mycore.fudocsId
FUDISS_thesis_000000097398
refubium.mycore.derivateId
FUDISS_derivate_000000015710
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restricted access