Die Dissertation untersucht die Werkhandlungen von Franz Erhard Walther mit einem Schwerpunkt auf den 1960er Jahren und entwickelt erstmals eine systematische Analyse ihrer choreografischen Organisation. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass die Werkhandlungen zwar seit Jahrzehnten als zentraler Bestandteil von Walthers Œuvre rezipiert werden, ihre konkreten Bewegungsabläufe bislang jedoch nicht in ihren choreografischen Logiken untersucht wurden. Die Arbeit fragt danach, wie sich Objekt und Bewegung, Werk und Handlung, innerhalb der Werkhandlungen zueinander verhalten und was dies für die Publikumsbeteiligung bedeutet. Methodisch greift die Untersuchung auf den Choreografiebegriff zurück, verstanden als räumlich-zeitliche Organisation von Bewegungen auch jenseits von Tanz. Dieser Ansatz ermöglicht eine interdisziplinäre Perspektive zwischen Kunst- und Tanzwissenschaften und erlaubt es, Walthers Werkhandlungen sowohl formal zu analysieren als auch historisch zu kontextualisieren.
This dissertation examines Franz Erhard Walther’s Werkhandlungen (‘work actions’) with a focus on the 1960s. For the first time it develops a systematic analysis of their choreography. Although the Werkhandlungen have long been regarded as at the core of Walther’s oeuvre, their movement sequences have not yet been examined in choreographic terms. The dissertation asks how object and movement, work and action, relate to one another within the Werkhandlungen, and what this means for the audience participation. Methodologically, the study draws on an expanded concept of choreography, understood as the spatio-temporal organisation of movement even beyond dance. This approach enables an interdisciplinary perspective between art history and dance studies, allowing Walther’s Werkhandlungen to be analysed formally and situated in their historical context.