Augustus the Strong (1670–1733), the Elector of Saxony and King of Poland, stands out in history as a dedicated patron of the arts who transformed Dresden into a pivotal cultural centre in Europe during his reign. Recognising the potential of art to symbolise power and prestige, the Elector constantly expanded his collection by acquiring paintings, sculptures, books, and other works of art. His reign witnessed the reinvention of porcelain outside Asia, with the Meissen manufactory introducing the first European hard-paste porcelain to the market in 1710.
However, Augustus the Strong initially focused on collecting East Asian porcelain, imported by the Dutch East India Company and dispersed through the Netherlands. Between 1699 and 1733, the Elector amassed an impressive Collection, comprising approximately 25,000 pieces of Japanese and Chinese porcelain by 1727. His plans involved adorning an entire palace, the Japanese Palace, exclusively with East Asian and Meissen wares. To achieve this monumental project, vast quantities of ceramics were procured and transported to Dresden through various means. One noteworthy figure in the Elector’s pursuit of porcelain was the Italian diplomat Robert Taparelli, Count of Lagnasco (1659–1735). Acting on Augustus’ behalf, Lagnasco travelled to Amsterdam to secure porcelain purchases. His efforts are meticulously documented through contemporary letters, acquisition lists, specifications, and invoices. The Palace Inventory, compiled from 1721 onwards and extended until at least 1727, further sheds light on the influx of East Asian porcelain through wholesalers, retailers, and the acquisition of entire collections in the 1720s.
Analysing the approximately 25,000 East Asian objects in the Augustean collection by 1727, this research identifies three distinct phases in its development. In the phase between 1699 and 1714, porcelain played only a minor role in the Elector’s acquisition activities. However, a significant surge in East Asian porcelain acquisitions occurred in the phase between 1715 and 1720, marked by concerted efforts to acquire unique pieces from the import centres in the Netherlands. The phase from 1721 until about 1727 witnessed a shift to local Saxon merchants, intensifying the collection’s growth. Notably, this period accounted for 41% of all East Asian porcelain acquisitions in just six years, with private wholesalers and retailers playing a pivotal role.
The dissertation examines the development of Augustus the Strong’s collection of East Asian porcelain between 1699 and 1733 on the basis of contemporary documents and analyses the importance of the private porcelain trade for the growth of the collection, especially in the third decade of the eighteenth century.
August der Starke (1670–1733), Kurfürst von Sachsen und König von Polen, gilt als einer der bedeutendsten Kunstmäzene seiner Zeit. Während seiner Regierungszeit entwickelte sich Dresden zu einem der wichtigsten Kulturzentren Europas. In dem Bewusstsein, dass Kunst Macht und Prestige zu repräsentieren vermochte, erweiterte der Kurfürst seine Sammlungen kontinuierlich durch den Erwerb von Gemälden, Skulpturen, Büchern und anderen Kunstwerken. Zugleich fiel in seine Regierungszeit die Neuerfindung des Porzellans außerhalb Asiens: Mit der Gründung der Meissener Manufaktur gelang 1710 erstmals die Herstellung europäischen Hartporzellans.
Zunächst richtete August der Starke sein Interesse jedoch auf ostasiatisches Porzellan, das von der Niederländischen Ostindien-Kompanie importiert und über die Niederlande vertrieben wurde. Zwischen 1699 und 1733 trug der Kurfürst eine beeindruckende Sammlung zusammen, die bis 1727 rund 25.000 chinesische und japanische Porzellane umfasste. Sein Ziel war es, ein ganzes Schloss – das Japanische Palais – ausschließlich mit ostasiatischem und Meissener Porzellan auszustatten. Für dieses ambitionierte Vorhaben wurden große Mengen keramischer Erzeugnisse auf unterschiedlichen Wegen beschafft und nach Dresden transportiert. Eine zentrale Rolle spielte dabei der italienische Diplomat Robert Taparelli, Graf von Lagnasco (1659–1735). Im Auftrag Augusts des Starken reiste Lagnasco nach Amsterdam, um Porzellankäufe zu tätigen. Seine Aktivitäten sind durch zeitgenössische Briefe, Erwerbslisten, Spezifikationen und Rechnungen umfassend dokumentiert. Ergänzende Einblicke in den Zustrom ostasiatischen Porzellans vermitteln zudem das ab 1721 angelegte und mindestens bis 1727 fortgeführte Palaisinventar. Es dokumentiert Ankäufe über Groß- und Einzelhändler ebenso wie den Erwerb vollständiger Sammlungen in den 1720er Jahren.
Ausgehend von den rund 25.000 ostasiatischen Objekten der kurfürstlichen Sammlung bis 1727 identifiziert die vorliegende Untersuchung drei Entwicklungsphasen der Sammlung. In der ersten Phase zwischen 1699 und 1714 spielte Porzellan innerhalb der Erwerbungspolitik des Kurfürsten noch eine vergleichsweise geringe Rolle. Zwischen 1715 und 1720 kam es hingegen zu einem deutlichen Anstieg der Erwerbungen ostasiatischen Porzellans, der durch gezielte Ankäufe außergewöhnlicher Stücke in den niederländischen Importzentren geprägt war. In der dritten Phase, von 1721 bis etwa 1727, verlagerte sich der Schwerpunkt der Erwerbungen auf sächsische Händler, wodurch das Wachstum der Sammlung nochmals erheblich beschleunigt wurde. Bemerkenswert ist, dass allein in diesen sechs Jahren 41 % aller Erwerbungen ostasiatischen Porzellans erfolgten, wobei private Groß- und Einzelhändler eine entscheidende Rolle spielten.
Die Dissertation untersucht die Entwicklung der ostasiatischen Porzellansammlung Augusts des Starken zwischen 1699 und 1733 auf der Grundlage zeitgenössischer Quellen und analysiert die Bedeutung des privaten Porzellanhandels für das Wachstum der Sammlung, insbesondere im dritten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts.