Unsere explorative Bestandsaufnahme folgt einem deskriptiven Forschungsdesign, das darauf abzielt, die methodischen Verfahren und epistemischen Implikationen der aktuellen Mapping-Landschaft systematisch zu erfassen. Die Analyse kombiniert eine strukturierte Dokumentenanalyse mit einem vergleichenden Bewertungsraster. Um die Intersubjektivität der Untersuchung zu gewährleisten, wurde das gesamte Korpus von drei Forscher*innen aus verschiedenen institutionellen Kontexten gesichtet und dabei die Reliabilität von Kodierungen überprüft. Eingeschlossen wurden Projekte, die zwischen Oktober 2023 und September 2025 öffentlich zugänglich waren und mindestens eine der folgenden Dimensionen kartieren: a) Zerstörung und Gewalt in Gaza, b) transnationale Mobilisierung und Protest, c) Repression, Zensur und Einschränkung zivilgesellschaftlicher beziehungsweise akademischer Räume. Dabei wurden nicht nur Projekte mit kartographischer Oberfläche verstanden, sondern im Sinne eines weiteren Mapping-Begriffs alle Vorhaben, die konfliktrelevante Evidenz durch systematische Erhebung oder Generierung in standardisierte Einheiten überführen und diese in einer Form bereitstellen, die zeitliche, räumliche oder relationale Vergleiche ermöglicht. Diese Operationalisierung erlaubt es, die drei Cluster im Fokus entlang gemeinsamer Bewertungsdimensionen wie Transparenz, Triangulation, Abdeckung und Kategoriendesign vergleichend zu analysieren.
Die Identifikation dieser Projekte erfolgte durch eine systematische Web- und Grauliteratur-Recherche, ergänzt durch ein Schneeballverfahren über Referenzen auf Projektseiten sowie durch thematische Expert*innenkenntnisse der Autor*innen. Ein zentrales Auswahlkriterium war die eigenständige Primärdatenerhebung bzw. -generierung. Dies umfasst beispielsweise die eigenständige Analyse von Satellitenbildern, visuelle Forensik, Codierung von Ereignisdaten oder die Sammlung von Betroffenenberichten. Projekte, die nur Daten anderer Initiativen aggregieren oder Fremddaten visuell aufbereiten, wurden ausgeschlossen.
Für jedes Projekt erfassten wir entlang der im Anhang dargestellten Kategorien: Projektname, Trägerinstitution, Projektbeginn, Forschungsgegenstand, zentrale Datenquellen, eingesetzte Methodik, erklärte Zielsetzung, methodische Grenzen und Schwächen sowie die technische und inhaltliche Funktionalität. Wo möglich, wurden hierfür Methodenseiten, Git Repositories und technische Beilagen ausgewertet. Auf dieser Grundlage entwickelten wir ein Kodierschema mit fünf Bewertungsdimensionen: 1) Transparenz der Datenerhebung und Nachvollziehbarkeit, 2) Validität und Triangulation der Quellen, 3) räumliche und zeitliche Abdeckung, 4) Granularität und Kategoriendesign, 5) Nutzbarkeit für Forschung und Öffentlichkeit. Jedes Projekt erhielt textuelle Profilierungen pro Dimension, die anschließend innerhalb der Cluster und clusterübergreifend gegenübergestellt wurden, um systematische zentrale empirische Befunde, Stärken und Lücken der bestehenden Mapping Landschaft zu identifizieren.
Dabei erhebt die Studie ausdrücklich keinen Anspruch auf Repräsentativität oder den Status einer Vollerhebung. Als explorative Bestandsaufnahme erfüllt sie vielmehr die Funktion eines kritischen Orientierungsrahmens für Forschende und dient vorrangig der Erschließung eines sehr heterogenen Felds von Evidenzquellen.