The thesis aimed at the introduction of perfluoroalkoxy-groups in organic molecules. Herein, the forcus was set to trifluoromethoxylations. In the first project nucleophilic substitution on primary and secondary benzylic bromides by ORF-groups was realized. Here, AgORF salts prepared by RIEDEL and coworkers was used as ORF anion source. The reaction was performed in acetonitrile at ‒30 °C up to room temperature. The utility of AgORF salts as transfer reagents for ORF-groups was shown by 15 examples. Furthermore, an aliphatic, primary iodine, 1-iodohexadecane, was successfully functionalized. In the second project, a radical trifluoromethoxylation protocol using bis(trifluoromethyl)peroxide (F3COOCF3, BTMP) as OCF3-source was developed. Through C‒H activation with acetone or tetrabutylammonium decatungstate (TBADT) functionalization of benzylic, non-activated, and aldehydic C‒H bonds was realized. Herein, odorants, pharmaceuticals, and natural products were derivatized. Additionally, use of 13C-labeled BTMP enabled isotopic labeling and trifluoromethoxylation in a single step. Moreover, determination of the quantum yield indicated a radical chain mechanism. The new methodology was successfully applied to the gram-scale synthesis of an ibuprofenderivative. In the third part of this work, key intermediates towards the synthesis of daphnepapytone A were synthesized. This natural product was isolated by DAI, ZHAO, and coworkers in 2022 from Daphne papyracea and has an unprecedented, caged 5/6/4/5 scaffold. Furthermore, three of five stereocenters are quaternary ones. Starting from (+)-dihydrocarvone and ethyl vinyl ketone, the two natural products, daphbolide A and B, were synthesized in four and five steps, respectively. The two starting materials were further used for the synthesis of a C6-oxidized derivative of daphbolide A. As daphbolide A and its C6 oxidized derivative turned out to be challenging in C9-oxidation, a decalin-like moiety carrying the correct oxidation state at C9 was prepared from (R)-(‒)-carvone. Here, α,β- unsaturation turned out to be critical. Thus, α-santonin was used as cheap starting material already carrying a dienone mandatory for the synthesis. Using α-santonin, the corresponding guaianolide was prepared, which was also problematic for C9-oxidation.
Im Rahmen dieser Arbeit wurden zwei Projekte zur Einführung von Perfluoroalkoxygruppen bearbeitet. Der Fokus lag hierbei auf der Einführung von Trifluoromethoxygruppen. Das erste Projekt bestand darin, über nukleophile Substitution an primären und sekundären, benzylischen Bromiden ORF-Gruppen einzubauen. Dazu wurden die im Arbeitskreis RIEDEL dargestellten AgORF-Salze als Quelle von ORF-Anionen verwendet. Die Reaktion wurde in Acetonitril bei ‒30 °C bis Raumtemperatur durchgeführt. Dabei gelang es anhand von 15 Beispielen benzylischer Bromide den Nutzen dieser Salze als ORF-Transferreagenzien zu verdeutlichen. Des Weiteren konnte ein aliphatisches Iodid, 1-Iodhexadekan, unter den verwendeten Bedingungen erfolgreich funktionalisiert werden. Im zweiten Projekt wurde eine radikalische Trifluoromethoxylierung unter Verwendung von Bis(trifluoromethyl)peroxid (F3COOCF3, BTMP) entwickelt. BTMP wurde als atomökonomische, günstig und einfach herzustellende OCF3-Quelle, die bisher wenig Einsatz in der Synthesechemie gefunden hat, verwendet. Dabei konnte über C‒H Aktivierung durch Aceton oder Tetrabutylammoniumdekawolframat (TBADT) an benzylischen, nicht-aktivierten und aldehydischen C‒H Bindungen funktionalisiert werden. Es wurden Duftstoffe, Pharmazeutika und Naturstoffe derivatisiert. Die Verwendung von 13C-markiertem BTMP ermöglichte den Zugang zu isotopenmarkierten, trifluoromethoxylierten Verbindungen in einem einzigen Reaktionsschritt. Zudem gab die Bestimmung der Quantenausbeute Anzeichen für einen radikalischen Kettenmechanismus, der der Reaktion zugrunde liegt Die neue Methodik wurde unter anderem erfolgreich im Grammmaßstab an einem Ibuprofen-Derivat angewendet. Der dritte Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Synthese von Schlüsselintermediaten zur Synthese von Daphnepapytone A. Der Naturstoff wurde 2022 von DAI, ZHAO und Mitarbeitern aus Daphne papyracea isoliert und besteht aus einem bisher beispiellosen, käfigartigen 5/6/4/5-Ring Kohlenstoffgerüst, wobei drei von fünf vorhandenen Stereozentren quaternär sind. Ausgehend von (+)-Dihydrocarvon und Ethylvinylketon wurden die beiden Naturstoffe Daphbolide A und B in vier beziehungsweise fünf Stufen dargestellt. Die beiden Ausgangsstoffe wurden weiterhin für die Synthese eines C6-oxidierten Daphbolide A Derivats verwendet. Nachdem sich sowohl Daphbolide A als auch dessen C6-oxidiertes Derivat als problematisch für die nötige C9-Oxidation herausstellten, wurde diese direkt von Beginn an oxidiert. Dabei wurde ein C9-oxidiertes Decalin-Gerüst, von (R)-(‒)-Carvon ausgehend, dargestellt. Der Versuch das α,β-ungesättigte Dienon daraus herzustellen, erwies sich als problematisch. Somit wurde α-Santonin als Startmaterial, welches direkt das Dienon besitzt, verwendet und Guaianolide dargestellt.