This thesis explores the ontological dimension of the hospitable through a close reading of the works of Samuel Beckett and Paul Auster. Beyond the concept of hospitality, the hospitable delineates the totality of mutually welcoming bodies. Material bodies, the flesh of the human and animal, as well as the social body afford each other possibilities for action. It is these possibilities which welcome other bodies in both aleatory encounters as well as repeated engagements. Paul Auster and Samuel Beckett, because their work is suffused with bodies of all kinds and the encounters of these bodies, necessitate a conceptualisation of the hospitable.
The figure of the hospitable responds to the marshalling of hospitality in social theory and philosophy by thinkers such as Emmanuel Levinas and Jacques Derrida. Hospitality has been used to explain the aporias and contradictions in the relationship between the resident and alien as well as the ontological ground of intersubjectivity. Whilst I recognise that the concepts of hospitality found in previous works go some way towards explaining certain forms of sociality and intersubjectivity, I find that these concepts rest on an insufficiently explicated ontological ground. This ontological ground is often reduced to the figure of an encounter with an absolute other and a belatedness at the heart of our encounters with other humans. This ontological belatedness posits an exposure to others that is anterior to an other’s appearance as an identifiable being with an ascribed identity. Drawing on Beckett and Auster, I claim that the ontological ground of hospitality is to be found in the complex intertwinements of physical, subjective and social bodies. Thus, previous accounts of hospitality present a partial or derivative picture of intersubjectivity.
Explicating the hospitable requires close attention to experiences of bodily action, material conditions and the social world. To this end, this thesis combines close readings with methods from phenomenological and existential philosophy. I use an upbuilding method that goes from the most foundational bodily encounters and material conditions up to more complex encounters. Beckett and Auster, in this regard, offer fantastic opportunities through their focus on the reduction of bodily mobility, imagination and perception as well as on the aleatory character of the existential and social procession of the world.
Diese Arbeit erforscht die ontologische Dimension der Figur des „hospitable“ durch eine Analyse der Werke von Samuel Beckett und Paul Auster. Jenseits des Konzepts der Gastfreundschaft beschreibt „the hospitable“ die Totalität sich gegenseitig einladender Körper. Materielle, menschliche und tierische Körper sowie der soziale Körper bieten sich gegenseitig Handlungsmöglichkeiten. Es sind diese Möglichkeiten, die andere Körper sowohl in zufälligen Begegnungen als auch in wiederholten Begegnungen willkommen heißen. Paul Auster und Samuel Beckett, deren Werk von Körpern aller Art und den Begegnungen dieser Körper durchdrungen ist, machen daher eine neue Konzeptualisierung von Gastfreundschaft als „hospitable“ notwendig.
Die Figur des „hospitable“ ist eine Antwort auf das Konzept der Gastrfreundschaft (hospitality), das in der Soziologie, Ethnologie und Philosophie von Denkern wie Emmanuel Levinas und Jacques Derrida behandelt wird. „Hospitality“ wurde verwendet, um die Aporien und Widersprüche in der Beziehung zwischen dem Einheimischen und dem Fremden sowie die ontologische Basis der Intersubjektivität zu erklären. Ich erkenne zwar an, dass das Konzept der „hospitality“ in früheren Arbeiten bestimmte Formen von Sozialität und Intersubjektivität erklären kann, aber ich behaupte, dass diese Konzepte auf einer unzureichend ausgearbeiteten ontologischen Grundlage beruhen. Diese ontologische Basis wird oft auf die Figur der Begegnung mit einem absolut Anderen und einer „belatedness“ im Zentrum unserer Begegnungen mit anderen Menschen reduziert. Diese ontologische „belatedness“ beschreibt die Auseinandersetzung mit dem Anderen, noch bevor dieser als identifizierbares Wesen mit einer zugeschriebenen Identität erscheint. Ich behaupte, bezugnehmend auf Beckett und Auster, dass die ontologische Basis der „hospitality“ in den komplexen Verflechtungen der physischen, subjektiven und sozialen Körper zu finden ist. Bisherige Darstellungen der „hospitality“ bieten daher ein partielles oder derivatives Bild von Intersubjektivität.
Ein Erforschen des „hospitable“ erfordert eine genaue Betrachtung der Erfahrungen des leiblichen Handelns, der materiellen Bedingungen und der sozialen Welt. Zu diesem Zweck kombiniert diese Arbeit close readings mit Methoden der phänomenologischen und existenziellen Philosophie. Ich verwende eine aufbauende Methode, die von den grundlegendsten körperlichen Begegnungen und materiellen Bedingungen bis hin zu komplexen Begegnungen reicht. Becketts und Austers Werke eignen sich für diese Methodologie besonders gut, da sie ihren Fokus auf die Reduktion von körperlicher Mobilität, Imagination und Wahrnehmung sowie den zufälligen Charakter des existentiellen und sozialen Prozesses der Welt legen.