Background: Peer tutorials are increasingly being used in health professions education as a way of implementing peer-assisted learning, also to promote interprofessional competencies. This approach is particularly effective when the participants have equal status, teacher are absent, and the learning processes is interactive. Preparation for peer tutors for teaching, facilitation and moderation tasks has nowadays been widely established. Three studies were conducted to investigate how peer tutors are prepared for those tasks, and whether and to what extent this preparation influences the factors that determine the effectiveness of this teaching and learning format. This dissertation aims to expand the discourse on peer-assisted learning in health professions education, including in the context of interprofessional formats, by providing an overview of initiatives for tutor preparation, incorporating different perspectives, and pointing out the tension between tutor preparation and possible changes in tutor-tutee-congruence. Methods: A sequential mixed-method design with emphasis on qualitative studies was employed: (1) a semi-standardised online questionnaire survey, which was analysed descriptively (1st publication), (2) three group discussions with peer tutors (2nd publication) and (3) international expert interviews (3rd publication). The qualitative data were each subjected to a thematic analysis. The results of the three studies are summarised here, reflected upon learning theory perspective and condensed. Findings: The research has provided multi-perspective insights into the practice of peer tutor preparation and at the same time enabled theoretical reflection on this practice. The synthesis of the results revealed a total of six key topics which, taken together, reveal the complex dynamics of tutor preparation in peer-assisted learning. They show that heterogeneity is a consistent structural feature, social and cognitive congruence are decisive factors, understanding roles is a central prerequisite for effectiveness, and that interprofessionality can have ambivalent effects, pragmatic solutions are one way of addressing these challenges. Conclusion: The studies show that the preparation of peer tutors is a key factor in the success of peer-assisted learning and that aspects that have received little attention to date, such as role understanding, social congruence, and relationship building, have a decisive influence. The complex study design allowed this previously little-researched problem to be captured in a differentiated manner and systematically examined. The work thus provides new impetus for the theoretically sound and practical further development of PAL, including in an interprofessional context.
Hintergrund: Peer-Tutorien, eine Form des peer-gestützten Lernens, werden in der Qualifizierung von Gesundheitsberufen zunehmend eingesetzt, auch um berufsübergreifende Kompetenzen zu fördern. Dieser Ansatz ist besonders effektiv, wenn die Teilnehmenden gleichberechtigt sind, keine Lehrpersonen anwesend sind und der Lernprozess interaktiv gestaltet ist. Die Vorbereitung von Peer-Tutor:innen auf ihre Aufgaben in den Bereichen Unterrichten, Moderieren und Unterstützen ist mittlerweile weit verbreitet. In drei Studien wurde untersucht, wie Peer-Tutor:innen auf diese Aufgaben vorbereitet werden und ob und inwieweit diese Vorbereitung die Wirkfaktoren beeinflusst, die dieses Lehr- und Lernformat bestimmen. Diese Dissertation zielt darauf ab, den Diskurs über Peer-assisted learning in der Qualifizierung der Gesundheitsberufe, auch im Kontext interprofessioneller Formate, zu erweitern, indem sie einen Überblick über Initiativen zur Tutor:innenvorbereitung gibt, verschiedene Perspektiven einbezieht und auf die Spannung zwischen Tutor:innenvorbereitung und möglichen Veränderungen in der Tutor:innen-Tutee-Kongruenz hinweist. Methoden: Es wurde ein sequenzielles Mixed-Method-Design mit Schwerpunkt auf qualitative Studien verwendet: (1) eine halb-standardisierte Online-Fragebogenerhebung mit deskriptiv-statistischer Auswertung (1. Publikation), (2) drei Gruppendiskussionen mit Peer-Tutor:innen (2. Publikation) sowie (3) internationale Expert:innen-Interviews (3. Publikation). Die qualitativen Daten wurden jeweils einer thematischen Analyse unterzogen. Die Ergebnisse der drei Teilerhebungen werden hier zusammengeführt, lerntheoretisch reflektiert und verdichtend aufbereitet. Ergebnisse: Diese Forschung hat vielschichtige Einblicke in die Praxis der Vorbereitung von Peer-Tutor:innen geliefert und eine theoretische Reflexion dieser Praxis ermöglicht. Die Synthese der Ergebnisse ergab insgesamt sechs Schlüsselthemen, die die komplexe Dynamik der Tutor:innenausbildung im Peer-assisted learning verdeutlichen. Sie zeigen, dass Heterogenität ein durchgängiges Strukturmerkmal ist, soziale und kognitive Kongruenz entscheidende Faktoren sind, das Verständnis der Rollen eine zentrale Voraussetzung für die Wirkung der Tutorien ist, dass Interprofessionalität ambivalente Auswirkungen haben kann und dass pragmatische Lösungen unter anderem prägen, wie mit diesen Herausforderungen umgangen werden kann. Schlussfolgerung: Die Studien zeigen, dass die Vorbereitung der Peer-Tutor:innen ein entscheidender Faktor für den Erfolg des Peer-assisted learning ist und dass Aspekte, wie Rollenverständnis, soziale Kongruenz und Beziehungsaufbau bislang wenig beachtet wurden, aber sehr wohl Einfluss haben. Das komplexe Studiendesign ermöglichte es, dieses wenig erforschte Problem differenziert zu erfassen und systematisch zu untersuchen. Die Arbeit liefert damit neue Impulse für die theoretisch fundierte und praxisnahe Weiterentwicklung von PAL, auch im interprofessionellen Kontext.