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<title>Dissertationen/Habilitationen Charité</title>
<link>https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/13</link>
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<pubDate>Sun, 26 Apr 2026 20:58:04 GMT</pubDate>
<dc:date>2026-04-26T20:58:04Z</dc:date>
<item>
<title>1, 25 dihydroxyvitamin D3 inhibits the proliferation of thyroid anaplastic
cancer stem-like cells via cell cycle arrest without affecting apoptosis</title>
<link>https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/1607</link>
<description>1, 25 dihydroxyvitamin D3 inhibits the proliferation of thyroid anaplastic
cancer stem-like cells via cell cycle arrest without affecting apoptosis
Peng, Wen
Failure of traditional cancer therapy to eradicate anaplastic thyroid cancers
is mainly due to resistance of cancer stem cells (CSCs), which are responsible
for cancer initiation, progression, metastasis and drug resistance. Anticancer
effects of vitamin D compounds have been indicated by considerable data,
including on thyroid anaplastic cancer cells. However, there is still a lack
of understanding of the effects of vitamin D on thyroid CSCs or cancer stem-
like cells. To uncover the effects of vitamin D on thyroid anaplastic cancer
stem-like cells, a sphere formation assay was performed in HTh74 cells and a
derived doxorubicin resistant cell line HTh74R. Cell cycle arrest and
apoptotic analyses were employed in thyroid cancer stem-like cells derived
from both cell lines with flow cytometry. Furthermore, the putative pro-
differentiation effects of vitamin D were explored by morphological
characteristics and an investigation of mRNA expression profile. The present
study demonstrated the antiproliferative effects of calcitriol on anaplastic
thyroid cancer cell line HTh74 and its derived cancer stem-like cells. Sphere
formation from HTh74 cells was significantly suppressed by calcitriol
intervention. G2/M cell cycle arrest without enhanced apoptosis was involved
in the mechanism of growth arrest of HTh74 stem-like cells. Calcitriol showed
a similar inhibitive effect in the doxorubicin resistant HTh74 cell line
HTh74R and its derived cancer stem-like cells. In addition, cell morphological
changes implied a pro-differentiation role of calcitriol on thyroid anaplastic
stem-like cells, despite the absence of the gene expression profile changes.
In conclusion, the in vitro antiproliferative effect of calcitriol in
anaplastic thyroid cancer stem-like cells was illustrated. Further studies are
necessary to explore the underlying mechanism for the effect of growth arrest
and to uncover the differentiation-inducing effect of calcitriol on thyroid
CSCs.; Ein wesentlicher Grund für das Versagen der traditionellen Tumortherapie in
der Behandlung anaplastischer Schilddrüsenkarzinome ist die Resistenz
gegenüber so genannten cancer stem cells (CSC). Diese sind verantwortlich für
die Tumorinitiierung, -progression, die Metastasierung und die Resistenz
gegenüber Chemotherapeutika. Die Wirksamkeit von Vitamin D-Präparaten in der
Tumortherapie wurde durch zahlreiche Untersuchungen, einschließlich
Untersuchungen an Schilddrüsenkarzinomzellen, belegt. Unbekannt ist jedoch die
Wirkung von Vitamin D auf Schilddrüsen-CSCs oder -carcinomstammzell-ähnliche
Zellen. Um die Wirksamkeit von Vitamin D auf Stammzell-ähnliche Zellen von
anaplastischen Schilddrüsenkarzinomen zu untersuchen, wurde ein so genannter
Sphere-Formation-Assay an HTh74-Zellen und der Doxorubicin-resistenten
Zelllinie HTh74R durchgeführt. Zellzyklusanalysen und Apoptoseuntersuchungen
wurden in diesen Stammzell-ähnlichen aus beiden Zelllinien isolierten Zellen
mit Flow-Zytometrie-Methoden durchgeführt. Ferner wurde ein möglicher
Differenzierungseffekt von Vitamin D durch Nachweis morphologischer
Veränderungen und durch Untersuchungen von mRNA-Expressionsprofilen
untersucht. Die vorliegende Studie zeigte einen antiproliferativen Effekt des
Vitamin-D-Präparates Calcitriol auf die anaplastische
Schilddrüsenkarzinomzelllinie HTh74 und die von dieser Zelllinie abgeleiteten
Carcinomstammzell-ähnlichen Zellen. Die Bildung von Spheren aus HTh74-Zellen
wurde signifikant unterdrückt durch die Gabe von Calcitriol. Es fand sich ein
G2/M-Zellzyklusarrest; eine gesteigerte Apoptose war in der Wachstumshemmung
der HTh74-Stammzell-ähnlichen Zellen jedoch nicht nachweisbar. Calcitriol
zeigte ähnliche wachstumshemmende Effekte in der Doxorubicin-resistenten
HTh74-Zelllinie HTh74R. Veränderung der Zellmorphologie deuteten auf einen
positiven Effekt von Calcitriol auf die Differenzierung der von anaplastischen
Schilddrüsenkarzinomen abgeleiteten Carcinomstammzell-ähnlichen Zellen hin,
obwohl Veränderungen der Gen-Expressionsprofile nicht nachweisbar waren.
Zusammenfassend wurde in vitro ein antiproliferativer Effekt von Calcitriol
auf die Stammzell-ähnlichen Zellen anaplastischer Schilddrüsenkarzinome
nachgewiesen. Weitere Studien sind notwendig, um die zugrunde liegenden
Mechanismen der Wachstumshemmung und den Differenzierungs-induzierenden Effekt
von Calcitriol auf Schilddrüsenkarzinom-Stammzellen aufzuklären.
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<pubDate>Tue, 01 Jan 2013 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid isPermaLink="false">https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/1607</guid>
<dc:date>2013-01-01T00:00:00Z</dc:date>
</item>
<item>
<title>10 Jahre laparoskopische Appendektomie in einem Krankenhaus der
Regelversorgung</title>
<link>https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/1826</link>
<description>10 Jahre laparoskopische Appendektomie in einem Krankenhaus der
Regelversorgung
Kujajewski, Olaf
Appendektomien gehören zu den häufigsten Eingriffen in der Allgemeinchirurgie.
In Deutschland werden pro Jahr etwa 200.000 bis 300.000 Appendektomien
durchgeführt. Dabei rückt immer mehr die laparoskopische Operation in den
Vordergrund. Man kann davon ausgehen, dass heute über die Hälfte aller
Appendektomien minimalinvasiv durch-geführt werden. Trotz der großen Zahl
dieser Operationen und einer Vielzahl von Studien ist heute noch immer
ungeklärt, ob die laparoskopische Appendektomie (LA) Vorteile gegenüber der
offenen Appendektomie (OA) bringt, die über Jahrzehnte hinweg als Stan-
dardeingriff praktiziert wurde. Ziel dieser Studie war es, zum einen den
Unterschied zwischen zwei laparoskopischen Verfahren (Endo-GIA und
Röderschlinge) zu vergleichen, zum anderen aber auch den Unterschied zur OA
aufzuzeigen. Zu diesem Zweck wurden retrospektiv die Daten von 1.639 Patienten
ausgewertet, bei denen zwischen 1996 und 2005 eine Appendektomie durchgeführt
worden war. Bei 930 Patienten (56,8%) kam das Endo-GIA zum Einsatz, bei 577
Patienten (35,2%) die Röderschlinge. Bei 41 Patienten (2,5%) wurde eine
Konversion erforderlich. In 90 Fällen (5,5%) fand eine OA statt. Es konnte
gezeigt werden, dass die LA im Hinblick auf OP-Dauer und stationäre Verweil-
dauer sehr effizient durchgeführt werden kann. Die durchschnittlich kürzeste
OP-Dauer ergab sich bei der LA mittels Endo-GIA (26,6 Min.), gefolgt von der
OA (30,6 Min.) und der LA mittels Röderschlinge (33,3 Min.). Die kürzeste
mittlere Verweildauer fand sich bei der Operation mittels Röderschlinge (5,0
Tage), gefolgt vom Endo-GIA (6,3 Tage) und der OA (7,1 Tage). Es ergab sich
eine sehr niedrige Rate negativer Appendektomien von nur 3,0 Prozent.
Gleichzeitig war auch die Perforationsrate mit einem Anteil von 7 bis 9
Prozent sehr ge-ring. Konversionen waren ebenfalls vergleichsweise selten
erforderlich (2,5%). Auch hinsicht-lich der postoperativen Komplikationen
schnitten die LA-Verfahren gut ab. Vor allem Wundinfektionen waren eher selten
(0,4 % bei Röderschlinge; 0,6 % beim Endo-GIA; 2,2% bei OA). Fälle von
intraabdominellen Abszessen waren bei den LA-Verfahren ähn-lich häufig wie bei
der OA (1,2 % bei Röderschlinge; 0,9% beim Endo-GIA; 1,1% bei OA). Die meisten
Appendektomien wurden von Oberärzten durchgeführt (79,9%). Immerhin 152
Patienten (9,3%) wurden jedoch von Assistenzärzten operiert. Dabei zeigten
sich keine ungünstigen Einflüsse auf den Ausgang der OP. Die OP-Dauer war bei
den Assistenten im Mittel zwar 12,1 Minuten länger als bei den erfahrenen
Oberärzten, ein negativer Einfluss auf die Verweildauer oder auf die
Komplikationen konnte jedoch nicht festgestellt werden. Die Rate der
postoperativen Komplikationen war bei den Assistenten mit 1,3 Prozent sogar
deutlich geringer als bei den anderen Arztgruppen mit 4,9 bis 5,6 Prozent.
Beim Vergleich der intraoperativ erhobenen makroskopischen Befunde mit den
histologi-schen fiel auf, dass der makroskopisch blanden Appendix in über der
Hälfte der Fälle eine Appendizitis zugrundelag. Die vielfach geäußerte
Hypothese, dass mit zunehmender Behandlungslatenz das Perfora-tionsrisiko
ansteigt, konnte nicht bestätigt werden. Das Intervall zwischen dem Beginn der
Symptomatik und der stationären Aufnahme ließ keine eindeutige Tendenz in
dieser Richtung erkennen. Insgesamt konnte gezeigt werden, dass die
Appendektomie auch laparoskopisch effizient und sicher durchgeführt werden
kann. Dies gilt auch für das etwas kostengünstigere Ver-fahren mittels
Röderschlinge. Das laparoskopische Verfahren ist zumindest als gleichwertig
mit der OA zu betrachten. Vom kosmetischen Befund her sowie im Hinblick auf
die Differentialdiagnose ist jedoch in jedem Fall die LA überlegen. Vor dem
Hintergrund, dass sich laparoskopische Operationen im Allgemeinen immer mehr
etablieren, plädieren wir klar für die LA, die sich auch als risikoarme
Anfänger-OP eignet.; Appendectomies are one of the most commonly practiced surgical procedures in
the field of General Surgery. In Germany, around 200,000 to 300,000
appendectomies are carried out every year. The spotlight is increasingly being
turned to laparoscopic surgeries as time progresses. It may be assumed that
over one half of all appendectomies are carried out with minimal invasive
procedures. Despite the large number of these operations and a large range of
studies available in this regard, it is still not completely clear whether
laparoscopic appendectomy (LA) enjoys greater advantages over open
appendectomy (OA) which has been practiced as the standard surgical procedure
for over several decades. The aim of this study was to compare the two
laparoscopic procedures (endo-GIA and endo-loop) on one hand and to compare
these with OA on the other hand. For this purpose, the data of 1639 patients
was retrospectively assessed who underwent appendectomy between 1996 and 2005.
In 930 patients, (56.8%), Endo-GIA was made use of whereas in 577 patients
(35.2%) endo-loop was made use of. In 41 patients (2.5%), a conversion was
required. In 90 cases (5.5%), an OA was carried out. It could be shown that LA
could be carried out very efficiently with respect to the OP and inpatient
stay duration. The shortest OP duration on average was noted for LA with endo-
GIA (26.6 min), followed by OA (30.6 min.) and LA with endo-loop (33.3 Min.).
The shortest average inpatient stay period was noted for the operation with
endo-loop (5.0 days), followed by endo-GIA (6.3 days) and OA (7.1 days). Only
in a very small number of cases, negative appendectomies were recorded (3
percent). The perforation rate was also very low (7 to 9 percent). Conversions
were required only in a few cases (2.5%). Also in respect to the postoperative
complications, the LA procedure showed some good results. Wound infections, in
particular, were very rare (0.4 % with endo-loop; 0.6 % with endo-GIA; 2.2% in
case of OA). Cases of intra-abdominal abscesses were observed as frequently
for the LA procedure as for OA (1.2 % with endo-loop; 0.9% with endo-GIA; 1.1%
with OA). Most of the appendectomies were carried out by senior physicians
(79.9%). However, 152 patients (9.3%) were operated by assistant doctors. This
factor had no undesirable influence on the outcome of the OP. The OP duration
was, however, longer for patients operated by assistant doctors (12.1 minutes
longer on average) than for patients operated by the experienced senior
physicians. No negative effect was noted on the inpatient stay duration
however. The rate of postoperative complications was slightly lower in
patients operated by the assistant doctors (1.3 % lower) than in the other
group of patients (4.9% to 5.6%). When the results of the intra-operative
macroscopic diagnosis were compared with the histological findings, it was
noted that in over one half of the cases with macroscopically bland appendix,
the patient was suffering from appendicitis. The frequently expressed
hypothesis that the perforation risk rises with increasing latency could not
be confirmed. The interval between onset of symptoms and hospitalisation did
not exhibit a clear trend. On the whole, it could be shown that laparoscopic
appendectomy can also be carried out efficiently and safely. This also applies
to the cost-efficient LA procedure involving endo-loop. The laparoscopic
surgical procedure shall be considered at least on par with OA. With respect
to the cosmetic results and differential diagnosis however, LA is indeed a
more preferable surgical procedure. Given the fact that laparoscopic
operations are becoming more common with time, we recommend the LA which is
also suitable as a low-risk beginner’s operation.
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<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid isPermaLink="false">https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/1826</guid>
<dc:date>2012-01-01T00:00:00Z</dc:date>
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<item>
<title>10 Jahre Zwillingsgeburten in der Charité am Campus Virchow Klinikum</title>
<link>https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/6142</link>
<description>10 Jahre Zwillingsgeburten in der Charité am Campus Virchow Klinikum
Neissner, Philipp
In unserer retrospektiven Auswertung von 1.239 Zwillingsgeburten nach
maternalen Charakteristika an einem perinatalen Zentrum Level 1 in der Charité
Universitätsmedizin Berlin, am Campus Virchow-Klinikum konnte gezeigt werden,
dass in dem Untersuchungszeitraum die Anzahl der Zwillingsgeburten, sowohl die
der spontan entstandenen als auch die nach Sterilitätsbehandlung zugenommen
haben. Jedoch wurde eine deutlich vermehrte Zunahme bei den
sterilitätsbehandelten Müttern festgestellt. Auch konnte gezeigt werden, dass
das maternale Durchschnittsalter bei den sterilitätsbehandelten Müttern
signifikant höher und die mittlere SSW bei Geburt signifikant niedriger lag.
Zusätzlich konnte eine stetige Zunahme des maternalen Durchschnittsalters im
beobachteten Zeitraum analysiert werden, mit einem stärkeren Anstieg des
maternalen Alters von 3,2 Jahren bei den Zwillingsschwangeren mit
Sterilitätsbehandlung. Im Vergleich nahm das maternale Durchschnittsalter der
Zwillingsmütter mit spontan entstandenen Zwillingen nur um 1,7 Jahre zu.
Ebenfalls konnte ermittelt werden, dass der Anteil an Zwillingsschwangeren
nach Sterilitätsbehandlung, die entbunden wurden, mit 35 % über ein Drittel
aller Zwillingsschwangerschaften in dem hier untersuchten Kollektiv ausmachte
und diese Tendenz steigend ist. Während des gesamten Untersuchungszeitraumes
kam es zu keinem maternalen Sterbefall im Gesamtkollektiv. In unserer Arbeit
konnten zwischen den beiden Gruppen „Sterilitätsbehandlung“ und „spontan“ in
folgenden Kategorien keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden: BMI
vor Konzeption, Gewichtsdifferenz Beginn/Ende der Schwangerschaft,
Gestationsdiabetes, SIH, Präeklampsie, HELLP-Syndrom, primäre Sektio, eilige
Sektio, Notsektio, 1. Kind spontan/ 2. Kind sekundäre Sektio und Dammriss.
Allerdings konnte gezeigt werden, dass es bei den sterilitätsbehandelten
Zwillingsmüttern in folgenden Kategorien zu einem signifikant höheren
Vorkommen gekommen ist: Anteil ≥ 35-Jährigen, maternale Größe,
Chorionverhältnisse DC-DA, präpartale Blutungen, vorzeitige Zervixreifung,
Fruchtblasenprolaps, vorzeitiger Blasensprung, DC: Frühgeburtlichkeit &lt; 37
vollendete SSW, DC: Frühgeburtlichkeit &lt; 32 vollendete SSW, Sektiorate
insgesamt, sekundäre Sektio, postpartale Blutungen, Anämie im Wochenbett und
Hypothyreose. Zusammenfassend konnten wir in unserer Arbeit feststellen, dass
es bei Müttern, die durch eine Sterilitätsbehandlung mit Zwillingen schwanger
wurden, zu signifikant höheren prä- und perinatalen maternalen Komplikationen
gekommen ist als bei Müttern mit spontan entstandenen Zwillingen.; Mothers of twins after FT appear to be significantly older, have higher
prematurity- and C-section-rates as well as higher obstetrical morbidity
compared to those spontaneously conceived.
</description>
<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid isPermaLink="false">https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/6142</guid>
<dc:date>2012-01-01T00:00:00Z</dc:date>
</item>
<item>
<title>100 Jahre gelebt – Eine multiperspektivische Annäherung an das Lebensende im höchsten Alter</title>
<link>https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/32660</link>
<description>100 Jahre gelebt – Eine multiperspektivische Annäherung an das Lebensende im höchsten Alter
Eggert, Simon
Hintergrund: Menschen im hohen Alter haben vielfältige Potenziale und beachtliche Adaptionsfähigkeiten an gesundheitliche Einbußen. Dennoch geht ihrem Tod häufig eine lange Lebensphase mit mehreren, chronischen sowie fortschreitenden Erkrankungen voraus. Die stark wachsende Population hundertjähriger Menschen ist entsprechend vulnerabel: Pflegebedürftigkeit tritt hier sehr häufig auf; sie stehen am äußersten Rand der Lebensspanne. Das Thema Sterben und Tod erscheint demzufolge bedeutsam. Pflegende Töchter und Söhne sind eine wichtige Ressource bei der Begleitung und Versorgung pflegebedürftiger hundertjähriger Menschen. Daher ist es das Ziel der Dissertation, Herausforderungen Hundertjähriger in Bezug auf Lebensende, Sterben und Tod zu identifizieren sowie zu untersuchen, was es für ihre pflegenden Kinder bedeuten kann, damit oft über viele Jahre konfrontiert zu sein – während sie selbst altern.&#13;
&#13;
Methodik: Hierzu wurden drei Studien durchgeführt. Für die beiden Studien „Versorgung am Lebensende bei Berliner Hundertjährigen“ (1) und „Die Versorgung Hundertjähriger am Lebensende und Reflexionen zu deren Sterben und Tod aus der Perspektive Angehöriger“ (2) wurden qualitative Inhaltsanalysen von umfassenden, Leitfaden gestützten Interviews mit zwei unterschiedlichen Gelegenheitsstichproben realisiert. Für die Kohortenstudie „Hundertjährigen-Studie Knappschaft“ (3), wurde eine Sekundärdatenanalyse von Routinedaten hochaltriger Versicherter mit einem Sample von insgesamt 1.398 Personen durchgeführt. Zur Untersuchung von Langzeitpflegeverläufen in drei Altersgruppen wurden eine logistische Regressionsanalyse vorgenommen.&#13;
&#13;
Ergebnisse: In Studie 1 zeigen sich in den Kategorien Erfahrung mit Sterben und Tod und Vorbereitung auf das Lebensende bedeutsame Themen für die Studienteilnehmenden rund um das Lebensende, wie Ordnung schaffen, Versorgung klären und Gespräche führen. In Studie 2 ergaben sich drei Hauptkategorien Konfrontation, Kommunikation und Begleitung, in denen sich Herausforderungen und Sorgen pflegender Töchter und Söhne im Kontext des Lebensendes ihrer hundertjährigen Eltern abbilden. Zudem wurden intra- und interpersonelle Konfliktverdichtungen in den Interviews identifiziert. Studie 3 gibt neue Einblicke in den Zusammenhang zwischen demografischen Faktoren, der Nutzung stationärer Langzeitpflege sowie Erkrankungs- und Versorgungsfaktoren Hundertjähriger. Gegenüber den Gruppen der Achtzig- oder Neunzigjährigen zeigten sie z. B. eine höhere Rate von Individuen, die den gesamten Betrachtungszeitraum in einem Pflegeheim überlebten: 26,2 Prozent.&#13;
&#13;
Diskussion: Die quantitative Untersuchung weist auf ein eigenes Muster bei Hundertjährigen in Bezug auf die Nutzung stationärer Langzeitpflege in den sechs Jahren vor ihrem Tod für das wahrscheinlich sowohl körperlich-biologische als auch soziale Aspekte des Alterns zusammenwirken. In den qualitativen Studien offenbart sich, was entsprechende Herausforderungen im Kontext des Themas Sterben und Tod aus Sicht von Hundertjährigen und von pflegenden älteren erwachsenen Kindern hundertjähriger Eltern konkret bedeuten können. Dabei werden auch verschiedene ethische Dimensionen thematisiert. Gerade die Kommunikation der beiden Gruppen untereinander zum Thema Lebensende, Sterben und Tod zeigt sich als Gebiet, in dem Sensibilität und gegenseitiges Verständnis von hoher Bedeutung sind.; Objective: People in very old age have a wide range of potentials and considerable capacities to &#13;
adapt to health impairments. Nevertheless, their death is often preceded by a relatively long phase &#13;
with multiple, chronic and progressing illnesses. Accordingly, the hugely growing population of &#13;
centenarians is vulnerable. The need of care is very frequent here. Many centenarians end up &#13;
living in a care institution. They are at the very edge of the life span. Therefore, the topic of dying &#13;
and death appears to be highly relevant. Caregiving daughters and sons are an important re source for accompanying and providing care for centenarians in need of care. This dissertation &#13;
aims to identify the challenges of centenarians in relation to the end of life, dying and death and &#13;
to examine what it can mean for caregiving children to be continuously confronted with these &#13;
issues often over many years – while aging themselves. &#13;
Method: Three studies were conducted for this purpose. For the two studies „End-of-life care for &#13;
Berlin centenarians“ (1) and „End-of-life care for centenarians and reflections on their dying and &#13;
death from the perspective of relatives“ (2) qualitative content analyses of extensive, semi-struc tured interviews with two different convenience samples were carried out. For the cohort study &#13;
„Centenarian study Knappschaft“ (3) a secondary data analysis of routine data of very old insured &#13;
persons with a sample of 1,398 persons was conducted. To study long-time care trajectories in &#13;
three age subgroups, a logistic regression analyses has been performed. &#13;
Results: In study 1, in the categories Experience with death and dying and Preparing for the end &#13;
of life significant topics for the centenarian study participants around the end of life were revealed, &#13;
i. e. putting things in order, settling provision of care and having conversations. In study 2, three &#13;
main categories, Confronting, Communicating, Assisting, emerged, reflecting the challenges and &#13;
worries of the caregiving daughters and sons in the context of their centenarian parents’ end of &#13;
life. In addition, agglomerated intra- and interpersonal conflicts on the topic end of life were iden tified in the interviews. Meanwhile, study 3 provides new insights into the relation between demo graphic factors, the use of inpatient long-time care and factors related to illness and care provision &#13;
among centenarians. Compared with groups of eighty- or ninety-year-olds, for example, the rate &#13;
of centenarians who survived the period under review in a nursing home was higher: 26.2 per &#13;
cent. &#13;
Discussion: The quantitative study indicates at a specific pattern among centenarians regarding &#13;
the use of inpatient care services in the six years before their death which probably results from &#13;
the interaction of physical-biological as well as social aspects of aging. The qualitative studies &#13;
reveal what corresponding challenges could mean in concrete terms in the context of the topic &#13;
dying and death from the perspectives of centenarians and caregiving, older adult children of &#13;
centenarians. Various ethical dimensions are also addressed. Especially the communication be tween the two groups with each other on the topics end of life, dying and death shows itself to be &#13;
an area in which sensitivity and mutual understanding are of great importance.
</description>
<pubDate>Sat, 01 Jan 2022 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid isPermaLink="false">https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/32660</guid>
<dc:date>2022-01-01T00:00:00Z</dc:date>
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